benedikt matenaer

Wenn eines unserer Kinder sich verletzt hat und weint, bekommt es keine Kügelchen sondern Küsschen, davon aber reichlich und das passiert bei unseren fünf Kindern regelmäßig! Oder will etwa irgend jemand behaupten, dass Küsschen nicht schmerzlindernd, entzündungshemmend und abschwellend wirken? Als Palliativmediziner betreue ich Schwerstkranke und Sterbende. Sie brauchen gute Medizin, oft Morphin und andere Medikamente, aber ebenso viel Zuwendung und Zeit. Wer sich um seine Gesundheit sorgt, egal ob krebskrank oder "nur" Allergiker, der braucht jemanden, der ihm zuhört und diese Sorge ernst nimmt. Dafür ist in unserem Gesundheitssystem leider kein Platz. Hier füllt die Homöopathie zwar eine Lücke und Homöopathen schenken ihren Patienten Zeit und Zuwendung, aber ich möchte meinen Patienten eine Medizin anbieten die auch dann noch wirksam ist, wenn das gute Gefühl nach einem langen Gespräch verflogen ist. Ich arbeite auf der Palliativstation des St. Agnes-Hospitals in Bocholt und in meiner Praxis für Tumorschmerztherapie und ambulante Palliativmedizin. In der Krebsmedizin wissen die meisten, dass Homöopathie bei schweren Krankheiten völlig unwirksam ist. Leider habe ich aber auch schon Menschen sterben sehen müssen, die in einer solchen Situation ihrem Homöopathen vertraut haben. Das geht mir nahe. Besonders ärgert mich auch die Impfkritik, die durch die Szene der Homöopathen verbreitet wird. Viele Homöopathen suggerieren den Menschen, man könne alles ganz sanft und ganzheitlich behandeln, vor allem bei Kindern, und jetzt sterben in Deutschland wieder Kinder an den Masern. Das ist ein unfassbarer Skandal! Dagegen möchte ich etwas tun und deshalb engagiere ich mich im Netzwerk Homöopathie.

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