Globuli

Nein. Was wir der Homöopathie vorwerfen, sind aber nicht die Placebos, die sie verordnet, sondern ihr gläubiges Festhalten an wissenschaftlich unhaltbaren Ideen. Dass sich die Homöopathie bei uns überhaupt halten konnte – in den USA ist sie fast bedeutungslos –, das verdankt sie dem Multiplikationsfaktor Patient, der es honoriert, dass hier der Mensch und nicht die Krankheit behandelt wird. Der Körper heilt sich in einem hohen Maß selbst. Hauptsache, er wird irgendwie behandelt und man glaubt daran. Die homöopathischen Heilkünstler mögen heilen, aber ihre Arzneimittel sind wirkungslose Scheinmedikamente.

Doch Heilkunst ist Teil jeder guten Medizin. Wir setzen uns dafür ein, dass Patienten beides bekommen: einen wohlgesinnten, verständnisvollen Arzt, der mehr in ihnen sieht als eine Nummer oder einen abrechenbaren Fall (und der dies auch erstattet bekommt) - und gute, evidenzbasierte Medizin. Im Zweifel kann auch Abwarten besser sein als ein unnötiges Medikament - auch das können wir von der Homöopathie lernen. Wir brauchen sie allerdings nicht dafür. 

 

(Autor: Dr. habil. Rainer Wolf)

 

Foto: Shutterstock 14180341 Szasz-Fabian Jozsef

 

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Homöopathie: Von der medizinischen Avantgarde zum wissenschaftlichen Anachronismus - Was Ärzte über die Homöopathie wissen sollten

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