Homöopathika in mittleren und hohen Potenzen enthalten keine oder keine nennenswerten Mengen des Mittels, das auf der Verpackung angegeben ist. Braucht es auch nicht, sagen manche Befürworter der Homöopathie, schließlich sei es ein antiquiertes Weltbild, dass eine spezifische Wirkung an die Existenz von Materie gebunden sei. Siehe das Handy, das doch ganz offensichtlich ohne die Wirkung von Materie die Worte des Gesprächspartners wiedergibt.

Zweifelsohne findet keine unmittelbare Einwirkung anderer Teile auf das Handy statt, also etwa über eine Drahtverbindung. Aber die hier zugrundeliegende Vorstellung, Materie könne nur im direkten Kontakt mit anderer Materie zur Wirkung kommen, ist irrig. Tatsächlich kann Materie auch über große Entfernungen wirken, man denke nur an die Schwerkraft, die über riesige Entfernungen nicht nur unser Sonnensystem, sondern ganze Galaxien zusammenhält.

Ähnliches gilt auch für elektromagnetische Fernwirkungen, wenn ein Sender elektromagnetische Wellen aussendet, die von einem Empfänger empfangen werden können. Auch das ist eine auf Materie beruhende Wirkung, wovon man sich in einem kleinen Versuch mit einem älteren funktionstüchtigen Handy leicht selbst überzeugen kann:

Man nehme das Handy auseinander, entferne die Antenne und baue das Handy wieder zusammen. Wenn die Wirkung tatsächlich nicht an Materie gebunden wäre, müsste das Handy auch ohne die Antenne immer noch funktionieren, das heißt, man müsste damit ein Gespräch führen können.

Man wird feststellen, wie sehr die Funktion des Handys an das Vorhandensein von Materie in Form der benötigten Bauteile gebunden ist und dass es daher irrig ist, darin eine immaterielle Wirkung zu sehen. Man wird übrigens vergeblich nach einem Beispiel für eine immaterielle Wirkung suchen - solche Phänomene sind in der Naturwissenschaft unbekannt. Und auch für die Homöopathie ist die Behauptung einer immateriellen Wirkung falsch. Das "Argument" ist also keines.

 

(Autor: Dr. Norbert Aust)

Bild: Wikimedia, Autor: Martingrina

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