Peter, 44 Jahre, berichtet: 

Ich war bis zum vergangenen Jahr bei einem Homöopathen in Behandlung, da ich viel Positives über ihn gehört hatte von Bekannten, Verwandten und was man halt so über Homöopathie im Internet liest. Ich habe mir einen erfahrenen Homöopathen gesucht, der viel Zuspruch von seinen Patienten erhalten hat.

Ich bin seit Jahren aufgrund einer psychischen Erkrankung in Behandlung. Um genau zu sein, leide ich an einer Form von Schizophrenie, einer schweren psychischen Erkrankung. Ich bin in der Hoffnung dorthin gegangen, meine Krankheit zu überwinden und ohne Medikamente klarzukommen. Ich begann die Behandlung bei dem Homöopathen im Sommer 2015. Wie üblich begann das Ganze mit einer langen Anamnese und der Gabe von Globuli. Ich ließ mich darauf ein und ging jeden Monat einmal zu diesem Arzt, wobei er immer wieder darauf drängte, die Schizophrenie-Medikamente abzusetzen. Ich fühlte mich gut aufgehoben, weil sich der Arzt Zeit für mich nahm und es mir gut ging. Ich reduzierte also meine Medikamente in langsamen Abständen, was dem Arzt aber eher missfiel.

Dann kam der August 2016 und ich war wieder bei ihm. Während der Behandlung sagte er, dass sich meine normalen Medikamente nicht miteinander vertragen und ich sie so schnell wie möglich absetzen solle. Er meinte, dass das so nicht gut für mich sei und ich mir damit schade. Er zweifelte auch die von meinem Psychiater gestellte Diagnose an und meinte, ich hätte keine Psychose sondern eine Depression. Ich war lange Zeit nicht psychotisch, da ich medikamentös gut eingestellt war, sondern hatte Symptome, die einer Depression ähnelten. Nach dieser Sitzung gab er mir noch ein paar Globuli mit und ich setzte meine Medikamente ab. Es ging mir ja gut und ich vertraute meinem Homöopathen.

Anfangs ging es mir gut ohne Medikamente (dieser Zustand nennt sich “Honeymoon-Phase”), doch dann kam der Absturz. Ich schlief kaum noch und meine Symptome kamen zum Vorschein. Da der Spiegel der Medikamente, die ich nun nicht mehr einnahm, immer weiter sank, ging es mir immer dreckiger. Ich ging zu meinem Psychiater und berichtete ihm davon - er konnte nur noch mit dem Kopf schütteln. Er versuchte mich wieder auf ein neues Medikament einzustellen, aber mein Zustand war zu schlecht. Das Ende vom Lied war, dass ich stark psychotisch war. Ich hatte Wahngedanken und schlimme Halluzinationen, die z. T. bis heute anhalten, und war lange Zeit in der geschlossenen Psychiatrie.

Bei mir wurde - nachdem auch das Medikament, das ich vorher jahrelang mit Erfolg genommen hatte, nicht mehr half - die EKT (Elektrokrampftherapie) angewendet, nur die hat mich aus der Psychose geholt. Ich habe lange gebraucht, bis ich wieder halbwegs fit war. Bis April 2017 war ich in einer Tagesklinik, nachdem ich von September 2016 bis Januar 2017 in der Klinik war!

Der Homöopath hat meine Gesundheit im wahrsten Sinne des Wortes versaut! So schlecht wie in diesem psychotischen Schub ging es mir noch nie in meinem ganzen Leben. Die Globuli sind wirklich nicht mehr als Zuckerkügelchen und ich kann nur jedem davon abraten sich auf diese Art der Behandlung einzulassen. Das Ganze ist eine reine Glaubenssache und der Placeboeffekt und die längeren Gespräche mit dem Homöopathen sind das, was hilft! Sie ersetzen aber bei schweren Diagnosen nun mal keine Therapie. 

 

 

Bild: Fotolia_70910119_XS

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