Prohibited„Zitieren erwünscht – wenn man unserer Meinung ist!“ – Wie bitte?

Die Datenschutz-Grundverordnung treibt seltsamste Blüten. Es scheint, als müssten wir unsere Beschäftigung mit den Veröffentlichungen der homöopathischen Fraktion wohl aufgeben...

Wie das? Auf etlichen Webseiten, auch auf den Seiten des Zentralvereins homöopathischer Ärzte, findet sich - offenbar als Folge der Erneuerung von "Datenschutzerklärungen" nach der DS-GVO - dieser Passus:

„Wir erlauben und begrüßen ausdrücklich das Zitieren unserer Dokumente sowie das Setzen von Links auf unsere Website, solange kenntlich gemacht wird, dass es sich um Inhalte der Website des DZVhÄ handelt und diese Inhalte nicht in Verbindung mit Inhalten Dritter gebracht werden, die den Interessen des DZVhÄ widersprechen.“ Im Klartext: Man befasse sich mit unseren Texten und Inhalten nur dann, wenn man unserer Meinung ist.

Ja, dann packen wir mal unsere Siebensachen... und schließen hinter uns ab. Oder doch nicht?

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Genau heute vor zwei Jahren gingen die Webseiten des INH und der Homöopedia von Frankfurt aus ans Netz; die GWUP berichtete. Und wir dürfen sagen: Die Projekte leben! So haben z.B. auf der INH-Webseite allein die fünf meistgelesenen Beiträge zusammen über 130.000 Zugriffe zu verzeichnen. Bei der Homöopedia ist vor kurzem der 50. Fachartikel erschienen und damit eine einzigartige wissenschaftlich fundierte Plattform für Themen zur und rund um die Homöopathie entstanden. 

Webseiten existieren lebendig nur durch ihre Leserschaft. Deshalb geht der Dank nach zwei Jahren "online" an Sie, liebe INH-Freundinnen und -freunde. Danke für das vielfache Interesse, für die Treue von Anfang an wie auch für das zahlreiche Dazustoßen. Wir werden Sie - grundlegend auf der Webseite und zum "Tagesgeschäft" auf Facebook - weiterhin über Neues und Wichtiges, Bemerkenswertes und auch oft genug Skurriles informieren. 

Wir stehen selbstverständlich unverändert zu unseren Zielen, wie sie in der "Freiburger Erklärung" niedergelegt sind und freuen uns über jedwede Unterstützung. Wirken Sie als Multiplikatoren, weisen Sie auch andere auf die Webauftritte von INH und Homöopedia hin! Und bleiben Sie uns treu, wir sind auf Ihr Interesse und Ihre Unterstützung angewiesen.

Für das Team des Informationsnetzwerks Homöopathie

Dr. Natalie Grams
Dr.-Ing. Norbert Aust


Sie möchten das INH unterstützen? Der einfachste Weg ist eine Spende. Da wir ein Gremium der GWUP sind, ist diese auch Spendenempfängerin und kann Spendenquittungen ausstellen. Bitte einfach auf der Überweisung im Betreff "INH" oder "Informationsnetzwerk Homöopathie" vermerken:
GWUP
IBAN DE84 5085 0150 0020 0062 42
BIC HELADEF1DAS

Sie haben Anregungen, Vorschläge oder auch Kritik zu unserer Arbeit? Schreiben Sie uns: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Homoeopathie StatistikEin vielfach bemühtes Argument pro Homöopathie (das allerdings mit der Wirksamkeit nichts zu tun hat) ist, dass homöopathische Behandlungen zu weniger Verschreibungen konventioneller pharmazeutischer Arzneimittel führen. Dies hört man allerorten und immer wieder. Spontan braucht man nur an die Vorstellung der EPI 3-Studie in Frankreich durch die Fa. Boiron zu denken, an die jüngsten Äußerungen der französischen Gesundheitsministerin Mme. Buzyn, die den entscheidenden Vorteil der Homöopathie gerade in der Vermeidung „toxischer Medikamente“ sah und ganz aktuell an die gerade stattgefundenen „Berliner Wirtschaftsgespräche“ vom 19.04.2018, wo die entsprechenden Ergebnisse von Mitgliederbefragungen innerhalb des Zentralvereins homöopathischer Ärzte mit Nachdruck ins Feld geführt wurden.

Nun kann man mit Recht diesem Gesichtspunkt zunächst einmal damit begegnen, dass es ja immerhin systemisch zu erwarten sei, dass ein homöopathiegeneigter Arzt auch weniger „konventionelle“ Arzneimittel verschreibe, ähnlich wie in dem einleuchtenden Beispiel, dass ein Bäcker sicher weniger Fleisch verkaufe als ein Metzger und umgekehrt. Alles andere wäre im Falle einer korrekten Untersuchung immerhin recht verwunderlich. Soweit – wie vielfach der Fall - Homöopathie bei selbstlimitierenden geringeren Gesundheitsstörungen eingesetzt wird, könnte man allerdings auch annehmen, dass sowohl Homöopathika als auch pharmazeutische Mittel in beiden Fällen besser durch ein verantwortliches Abwarten ersetzt worden wären. Was eine bessere Verschreibungspraxis nicht-homöopathischer Ärzte erfordern, aber nicht die Homöopathie rechtfertigen würde. Aber das ist ein anderes Kapitel.

botnetz 2825605 FBWir nutzen bekanntlich neben unseren Webseiten die SocialMedia-Kanäle Facebook und Twitter, um unsere Informationen anzubieten und auch, um Diskussionen über diese anzustoßen. Wir freuen uns sehr über die Resonanz und das Interesse, das uns dort entgegengebracht wird. Selbstverständlich kommen wir nicht auf die Idee, uns gegen Kritik oder Debatten abzuschotten oder gar Informationen „exklusiv“ zur Verfügung zu stellen. Wir glauben, das haben wir vielfach unter Beweis gestellt. Dies sei vorangestellt.

Freunde des INH haben uns aktuell auf einen Vorgang aufmerksam gemacht, der bei uns kräftiges Kopfschütteln hervorgerufen hat.

Memorandum Homöopathie FB StandardDer "Münsteraner Kreis", eine interdisziplinäre Vereinigung von Fachleuten mit dem Ziel, die Rolle der "komplementär-alternativen Medizin" im Gesundheitswesen kritisch zu hinterfragen, hat am 9. März 2018 sein zweites Grundsatzpapier, das "Münsteraner Memorandum Homöopathie" veröffentlicht. 

Es folgt dem "Münsteraner Memorandum Heilpraktiker" aus dem letzten Jahr. 

Es richtet sich gezielt an den im Mai 2018 stattfindenden 121. Deutschen Ärztetag mit dem Appell, die "ärztliche Zusatzbezeichnung Homöopathie" ersatzlos zu streichen. Der offensichtliche Dissens zwischen dem Bekenntnis der Ärzteschaft zur Wissenschaftlichkeit und der "Integration" einer unwissenschaftlichen, unplausiblen und allen Versuchen,  einen Wirksamkeitsnachweis zu erbringen, widerstehenden Methode ist die Zielrichtung des Memorandums. Besonders hervorgehoben wird der Umstand, dass durch die unwissenschaftliche Homöopathie als Methode innerhalb von Arztpraxen das Vertrauen der Patienten auf die wissenschaftliche Medizin letztlich untergraben wird.

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