Am 06.02.2017 ging durch die Medien, dass die Russische Akademie der
Wissenschaften die Homöopathie als "Pseudowissenschaft" einstuft und ihre
Entfernung aus dem russischen öffentlichen Gesundheitssystem anstrebt.

Wir können Ihnen hier ganz aktuell deutsche Übersetzungen des „Memorandums"
der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAS) zur „Pseudowissenschaft
Homöopathie" sowie des zugrunde liegenden Gutachtens einer hochkarätig
besetzten Wissenschaftlerkommission vorstellen. Die Übersetzungen wurden
nicht professionell, jedoch nach bestem Wissen und Können angefertigt.

Was deutlich wird: Die RAS schließt sich der Ansicht der weltweiten
Wissenschaftsgemeinde über die Unwirksamkeit der Homöopathie als spezifische
medizinische Methode vorbehaltlos an. Sie macht sich all die Argumente und
Belege zu eigen (und zitiert sie ausdrücklich), die auch für uns beim INH
die Grundlage für die Homöopathiekritik bilden. Die RAS bezeichnet die
Homöopathie ausdrücklich als „Pseudowissenschaft".

Konsequenterweise verbindet das Memorandum diese Aussagen mit Empfehlungen
an eine ganze Reihe von Personengruppen und Organisationen staatlicher und
nichtstaatlicher Art mit dem Ziel, die Homöopathie aus dem öffentlichen
Gesundheitssystem zu entfernen. Damit reiht sich Russland in den Kreis der
Staaten ein, die die wissenschaftliche Lage zur Homöopathie zur Kenntnis
nehmen und die einzig notwendige Konsequenz daraus ziehen: ihr keine
Unterstützung im Rahmen des öffentlichen Gesundheitswesens mehr zu gewähren.
Damit steht sie in guter Gesellschaft mit z. B. den USA, dem Vereinigten
Königreich und Australien.

Bleibt die Frage: Gibt es bei uns angesichts dessen doch noch eine Chance,
die Gesundheitspolitik zu diesem Thema auf den Plan zu rufen? Wir erinnern
an die offenen Briefe des INH an Gesundheitsminister Gröhe im vergangenen
Jahr. Wir wollten erreichen, dass er zumindest den Nutzen der Homöopathie
- immerhin ein Teil des offiziellen Gesundheitssystems - zumindest einmal von
neutraler Seite bewerten lässt. Selbst diesem Ansatz ist das
Gesundheitsministerium nicht gefolgt. Es vertrat die - unserer Ansicht nach
mehr als fatale - Ansicht, die „Bewertung von Behandlungsmethoden "sei bei
einem „pluralistischen Gesundheitswesen Angelegenheit der
Leistungserbringer" und nicht der Politik.

Ob Herr Gröhe dies angesichts der Nachrichten aus Russland heute noch einmal
wiederholen würde? Zudem –mit der Stellungnahme der Russischen Akademie der
Wissenschaften hat er ja bereits eine aktuelle und neutrale Begutachtung in
Händen –von der Wissenschaftselite eines Landes, das seit mehr als 20
Jahren die Homöopathie auch als Teil des Gesundheitssystems geführt, nun
aber die Kraft zur Rückbesinnung gefunden hat.

Den ganzen Text finden Sie hier

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