Vor kurzem erreichte das INH eine Mail, die wir mit freundlichem Einverständnis des Einsenders hier wiedergeben dürfen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für ihre sehr aufschlussreiche Seite. Sie hat mich davor bewahrt, meinen kürzlich festgestellten Hirntumor versuchsweise mit Homöopathie zu behandeln. Beim Gespräch mit meiner bisherigen Homöopathin ist mir aufgefallen, dass von Homöopathen auch gerne noch das Argument der tollen indischen Homöopathen angeführt wird und wie beliebt die Homöopathie in Indien sei. Warum ist sie dort eigentlich so verbreitet? Weil die medizinische Versorgung dort wahrscheinlich generell sehr schlecht ist? Vielen Dank für ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen


Selbstverständlich haben wir dem Einsender auch geantwortet:

Sehr geehrter Herr ... ,

es freut uns außerordentlich, wenn unsere Seiten Ihnen geholfen haben, eine falsche und möglicherweise mit negativen Folgen verbundene Entscheidung zu vermeiden.

Dürfen wir Ihre Zuschrift - natürlich anonymisiert - auf unserer Webseite veröffentlichen? Da wir ja völlig unentgeltlich arbeiten, wäre ein solcher Erfolg mit die größte Anerkennung unserer Arbeit, die wir erhalten können.

Zu Ihrer Frage:
Über die Situation in Indien sind wir nur sehr indirekt informiert, quasi nur aus den öffentlich zugänglichen  Quellen ohne eigene Insider-Erfahrungen.

Große Teile der indischen Bevölkerung sind bettelarm, da hat die Homöopathie schon den Vorteil für wenig Geld eine Behandlung anzubieten, die zumindest über Placebo-Effekte auch einen Nutzen bringt. Insofern ist die Situation anders als hierzulande: Hier ist die vom öffentlichen Gesundheitswesen angebotene evidenzbasierte konventionelle Medizin die Alternative der Wahl. Dort ist es für die arme Bevölkerung schlicht und einfach Nichts. Insofern muss man die Situation dort meiner Meinung nach ein wenig anders bewerten.

Hinzu kommt, dass in Indien die Spiritualität wesentlich stärker verbreitet ist, so dass eine auf Glauben und Vertrauen auf eine Heilkraft angelegte Therapie wahrscheinlich wesentlich größere Berge versetzen kann als bei uns.

Zur Historie:
Ich denke, eine große Rolle bei der Ausbreitung der Homöopathie in Indien zu Ende des 19. Jahrhunderts hat gespielt, dass die Homöopathie aus Deutschland kam - und nicht von der verhassten Kolonialmacht England. Gerade als Deutschland im ersten Weltkrieg Kriegsgegner Englands wurde, dürfte das die Ausbreitung beflügelt haben, ebenso der günstige Preis sowie die einfache Herstell- und Handhabbarkeit. Ich kann aber hierfür jetzt keine belastbaren Quellen angeben.

Wenn Sie sich genauer damit befassen möchten, dann kann ich Ihnen diese Ausarbeitung empfehlen. (http://www.igm-bosch.de/content/language1/downloads/s-2008-1044071.pdf) Sie ist insofern bemerkenswert, da die Robert-Bosch-Stiftung der Homöopathie durchaus nahesteht - hier aber dennoch ein eher pessimistisches Bild der Situation zeichnet.

Mit den besten Wünschen für Ihre weitere Gesundheit
viele Grüße

Für das Informationsnetzwerk Homöopathie

Norbert Aust

 

Welcher Erfolg könnte größer sein, als einen Patienten vom Verzicht auf eine geplante homöopathische Behandlung überzeugt zu haben, zumal bei einer nichttrivialen Erkrankung? Wir hoffen sehr, dass noch mehr Patientinnen und Patienten ähnlich entschieden haben und entscheiden werden (auch ohne dass wir davon erfahren). Dies motiviert uns zusätzlich, unsere Aufklärungsarbeit fortzusetzen. 

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