Wie nicht anders zu erwarten ist der DZVhÄ nicht einverstanden mit den Schlussfolgerungen der russischen Akademie der Wissenschaften zur Homöopathie. Wir haben die Reaktion hier kommentiert. 

Wir haben eine Standardantwort von Frau Widmann-Mauz erhalten.

Sehr geehrte Frau Dr. Grams,

haben Sie vielen Dank für Ihre Zuschrift. Gerne beantworte ich Ihre Anfrage zu meiner Schirmherrschaft über den Weltärztekongress Homöopathie wie folgt:

Die Übernahme dieser wie anderer Schirmherrschaften über Ärztekongresse und sonstige medizinische Fachveranstaltungen in meiner Funktion als Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit bringt zum Ausdruck, dass dem wissenschaftlichen Diskurs in der Gesundheitsversorgung ein hoher Stellenwert zukommt. Die Tatsache, dass es auch in Deutschland Patientinnen und Patienten gibt, die in Ergänzung zur Schulmedizin auf komplementärmedizinische Methoden zurückgreifen, belegt die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Dialogs auch mit der Fachärzteschaft, die homoöpathische Behandlungen anbietet. Dabei ist klar, dass Patientenwohl und Patientensicherheit oberstes Richtmaß aller Behandlungsmethoden ist.

Mit freundlichen Grüßen

Annette Widmann-Mauz MdB
Parl. Staatssekretärin beim
Bundesminister für Gesundheit

 

Zu unserem offenen Brief geht es hier.

 

Kommentar: Die Antwort wurde in gleicher Form auch auf Abgeordnetenwatch gepostet.

Die Homöopathie stimmt in wesentlichen Punkten nicht. Im Grunde ist sie nur ein Mittel, den Körper seine Arbeit tun zu lassen während man den Patienten scheinbehandelt - das sollte das BMG wissen und auch klarstellen. Ein wissenschaftlicher Diskurs findet innerhalb der Homöopathie und speziell auf dem besagten Kongress nicht statt. Frau Widmann-Mauz kann ihn durch ihre Schirmherrschaft also nicht zum Ausdruck bringen. Im Gegenteil vermittelt sie Patienten (darunter auch chronisch Kranke und Krebspatienten) und Eltern von kranken Kindern, an der Homöopathie sei „etwas dran“. Sie setzt damit Patientenwohl und -sicherheit aufs Spiel. Ihr Anspruch in allen Ehren, aber so setzt sie als Staatssekrertärin des BMG ein gegenteiliges Signal als beabsichtigt.

PsychCast hat sich mit Natalie Grams unterhalten.

Aus der Ankündigung des Psychologie-Podcasts:

"Ja gut, wir "Schulmediziner" haben es schon immer gewusst:
– In den homöopathischen Globuli ist kein Wirkstoff, alles viel zu verdünnt, da ist gar nichts mehr drin.
– Homöopathika sind teuer verbrämte Placebos.
– Homöopathen sind Quacksalber, die wirksamen Therapien im Weg stehen.
– Homöopathen schlagen aus der irrationalen Angst ihrer Patienten vor richtigen Medikamenten Profit.

So weit, so einfach. Aber warum sind die Patienten dann eigentlich so verrückt nach Homöopathie? Warum vertrauen viele sehr viel mehr auf ihren Homöopathen als auf ihren Allgemeinarzt, Psychiater oder Psychotherapeuten?"

Hier geht es zum Psychcast

Direkt zum Youtube-Video

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Es waren viele Fragen, die gestellt wurden und auch viele gute Fragen. Hier antwortet Natalie Grams im Livestream auf ZDF heute:

https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/10155048207695680/

Screenshot 2017 02 09 10.11.35 

Am 06.02.2017 ging durch die Medien, dass die Russische Akademie der
Wissenschaften die Homöopathie als "Pseudowissenschaft" einstuft und ihre
Entfernung aus dem russischen öffentlichen Gesundheitssystem anstrebt.

Wir können Ihnen hier ganz aktuell deutsche Übersetzungen des „Memorandums"
der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAS) zur „Pseudowissenschaft
Homöopathie" sowie des zugrunde liegenden Gutachtens einer hochkarätig
besetzten Wissenschaftlerkommission vorstellen. Die Übersetzungen wurden
nicht professionell, jedoch nach bestem Wissen und Können angefertigt.

Was deutlich wird: Die RAS schließt sich der Ansicht der weltweiten
Wissenschaftsgemeinde über die Unwirksamkeit der Homöopathie als spezifische
medizinische Methode vorbehaltlos an. Sie macht sich all die Argumente und
Belege zu eigen (und zitiert sie ausdrücklich), die auch für uns beim INH
die Grundlage für die Homöopathiekritik bilden. Die RAS bezeichnet die
Homöopathie ausdrücklich als „Pseudowissenschaft".

Konsequenterweise verbindet das Memorandum diese Aussagen mit Empfehlungen
an eine ganze Reihe von Personengruppen und Organisationen staatlicher und
nichtstaatlicher Art mit dem Ziel, die Homöopathie aus dem öffentlichen
Gesundheitssystem zu entfernen. Damit reiht sich Russland in den Kreis der
Staaten ein, die die wissenschaftliche Lage zur Homöopathie zur Kenntnis
nehmen und die einzig notwendige Konsequenz daraus ziehen: ihr keine
Unterstützung im Rahmen des öffentlichen Gesundheitswesens mehr zu gewähren.
Damit steht sie in guter Gesellschaft mit z. B. den USA, dem Vereinigten
Königreich und Australien.

Bleibt die Frage: Gibt es bei uns angesichts dessen doch noch eine Chance,
die Gesundheitspolitik zu diesem Thema auf den Plan zu rufen? Wir erinnern
an die offenen Briefe des INH an Gesundheitsminister Gröhe im vergangenen
Jahr. Wir wollten erreichen, dass er zumindest den Nutzen der Homöopathie
- immerhin ein Teil des offiziellen Gesundheitssystems - zumindest einmal von
neutraler Seite bewerten lässt. Selbst diesem Ansatz ist das
Gesundheitsministerium nicht gefolgt. Es vertrat die - unserer Ansicht nach
mehr als fatale - Ansicht, die „Bewertung von Behandlungsmethoden "sei bei
einem „pluralistischen Gesundheitswesen Angelegenheit der
Leistungserbringer" und nicht der Politik.

Ob Herr Gröhe dies angesichts der Nachrichten aus Russland heute noch einmal
wiederholen würde? Zudem –mit der Stellungnahme der Russischen Akademie der
Wissenschaften hat er ja bereits eine aktuelle und neutrale Begutachtung in
Händen –von der Wissenschaftselite eines Landes, das seit mehr als 20
Jahren die Homöopathie auch als Teil des Gesundheitssystems geführt, nun
aber die Kraft zur Rückbesinnung gefunden hat.

Den ganzen Text finden Sie hier

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