BDJ originalOffenbar sucht und findet die Homöopathie trotz niemals belegter Wirksamkeit weiterhin „ökologische Nischen“ (oder ökonomische?), in denen es ihr gelingt, mehr oder weniger Fuß zu fassen. Eine solche „Nische“ ist die Zahnheilkunde. Nun mag man sagen, was hat denn Pseudomedizin in der Zahnheilkunde für einen Stand? Nun, so ungewöhnlich ist das auch wieder nicht. Es gibt manchen Zahnarzt, der mit Mitteln und Methoden arbeitet, die man bei dieser Profession nicht vermuten würde.

Immerhin macht das British Dental Journal, eine Publikation unter dem Dach des renommierten Wissenschaftsmagazins NATURE, aus dem Thema „Pseudomedizin in der Welt der Zahnheilkunde“ eine ganze Serie. Die klare Fragestellung der Serie lautet: Handelt es sich um „schlechte Wissenschaft“ (bad science)? Gleich der erste Artikel nimmt die Homöopathie ins Visier.

Dort konstatiert man unter anderem:

Gibt es Beweise für eine Wirksamkeit?

Das BDHA (British Dental Homeopathy Association – ja, gibt es…)  räumt ein, dass zu Homöopathie in der Zahnmedizin nicht viel geforscht wurde. Die meisten wissenschaftlichen Gremien stellen aber fest, dass es keine strengen, zuverlässigen wissenschaftlichen Studien zur Homöopathie gibt, die sie stützen würden.

Die Grundprinzipien der Homöopathie sind nicht einleuchtend, wenn man bedenkt, was wir von der modernen Wissenschaft wissen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass alle Vorteile auf den Placebo-Effekt zurückzuführen sind, aber hierin liegt ein auch schon ein Symptom "schlechter Wissenschaft".

Handelt es sich um "schlechte Wissenschaft"?

Die Prinzipien der Homöopathie wurden 1796 geschaffen und beruhen heute auf Glauben, nicht auf wissenschaftlichen Beweisen. „Die Homöopathie enthält in den meisten Fällen keinen Wirkstoff", sagt David Shaw, Bioethiker an der Universität Basel, Schweiz. „Die extremen Verdünnungen führen oft dazu, dass keine aktiven Moleküle nachweisbar sind, was dem, was wir seit dem siebzehnten Jahrhundert über die Wirkungsmechanismen der Biologie gelernt haben, widerspricht. Dies lässt die Homöopathie eindeutig in die Ecke  ‚schlechter Wissenschaft‘ rücken: Sie macht falsche Versprechungen zu ihrer Wirksamkeit", sagt Shaw.

Gibt es Nachteile für Patienten?

Wenn sie neben bewährten Behandlungen eingesetzt werden, geben die Patienten ihr Geld nur für etwas Unbelegtes aus, was ihnen möglicherweise ein Gefühl der Beruhigung gibt. Wenn die Homöopathie als Alternative zur notwendigen medizinischen Behandlung beworben wird, kann sie sich als schädlich erweisen.

Die British Homeopathic Dental Association räumt ein, dass Bedenken aufkommen, wenn Homöopathen Patienten raten, potenziell lebensrettende Behandlungen einzustellen, sagt aber: "Dies ist keine Ansicht der meisten von uns und wird sicherlich nicht geduldet".

 

Der letzte Satz verdient noch eine nähere Betrachtung. Bei der BHDA finden also „die meisten“ (nicht alle), dass lebensrettende Behandlungen nicht zugunsten der Homöopathie eingestellt werden sollten? Und bei dem Rest kommen allenfalls „Bedenken“ auf? Und Geldverdienen mit unwirksamen Mitteln ist bis zu dem Punkt in Ordnung, wo es um Lebensgefahr für Patienten geht?

Nun, das Urteil von NATURE ist eindeutig: Bad Science. Warum wundert uns das nicht?


Bildnachweis: Screenshot BDJ/Nature

 

Uns hat ein Bericht über eine "Fortbildungsveranstaltung" für pharmazeutisches Personal erreicht, die von der DHU (Deutsche Homöopathie Union) durchgeführt wurde, dem deutschen Marktführer für Homöopathika. Diese Veranstaltungen -auch für andere Personenkreise- sind keine Seltenheit, neben Verkaufsförderung verfolgen sie auch die Absicht, das Verbot von Indikationsangaben bei registierten Homöopathika zu unterlaufen - wir sind schon früher darauf eingegangen. Ach ja, und Fortbildung soll es auch sein - immerhin honoriert mit zwei Fortbildungspunkten der örtlich zuständigen Apothekerkammer.

Wir möchten dazu gar nichts weiter kommentieren - machen Sie sich einfach selbst ein Bild:

Die Deutsche Homöopathieunion (DHU) hatte geladen: Zu einer Fortbildungsveranstaltung für pharmazeutisches Personal zum Thema „Homöopathie für die Brennpunkte des Körpers“.

Schauplatz ist ein Businesshotel in Heidelberg, am Buffet vor der Veranstaltung gibt es nichts auszusetzen: Lachshäppchen und anderes leckeres Fingerfood. Soweit noch nichts, was sich von Veranstaltungen dieser Art unterscheidet .

Etwa 130 TeilnehmerInnen jeglichen Alters, darunter drei Männer, der Conferencier der DHU spricht von 190 Anmeldungen. Die Weiterbildung beginnt mit einer Lektion, wie Verkaufsförderung funktioniert: Mit Aufstellern, Schaufenstergestaltung, Kundenbroschüren – aber vor allem durch gezielte Platzierung der DHU-Mittelchen bei den entsprechenden wirksamen Medikamenten: Okoubaka bei den Antibiotika, Alumina beim Dulcolax. So wird zusätzlicher Umsatz generiert, indem Kunden gleich die unwirksamen zu den wirksamen Mitteln empfohlen werden.

Den Anwesenden (überwiegend PTAs) wird nahegelegt, zuerst eine „Anamnese“ mit gezielten Fragen durchzuführen: Kunden legten viel Wert auf Kommunikation und Beratung. Eine leider nicht näher belegte „Studie“ zeige, dass 75% der Kunden ein zusätzliches Produkt gekauft hätten, wenn es ihnen angeboten worden wäre. Immerhin, PTAs haben normalerweise eine bessere Ausbildung als Heilpraktiker, die sich sonst für die Anamnese zuständig erklären. Trotzdem dürften ihre Kenntnisse nicht für eine vernünftige Diagnose ausreichen.

Allerdings heben sich auf die Frage des Referenten, wer denn schon aktiv Homöopathika empfehle, keine zehn Hände. Da gibt es wohl noch viel zu tun für die DHU.

Der Referent – ein Apotheker und Heilpraktiker – erzählt viel über die segensreiche Wirkung von Robinia pseudocacia D6, Arsenicum album D12, Alumina D12 (hier spricht er auch von „Aluminiumkindern“, deren „Konstitution“ prädestiniert sei für die Gabe dieses Mittels) und Opium D12 bei Verdauungsproblemen bis hin zu offensichtlich schwerwiegenden Śymptomatiken mit Panikattacken durch die Erkrankung. Besonders  Nux vomica D12 hat es ihm angetan, das anscheinend für alles und jedes nützt. Am Schluss dieser Ausführungen wird deutlich, warum ihm gerade dieses Mittel so wichtig ist: Es darf in Zukunft mit einer Indikation („Gegen Verdauungsbeschwerden“) vertrieben werden, was normalerweise für Homöopathika nicht zulässig ist. Eine Begründung dafür spart er sich, dafür erzählt er sehr ausführlich und unappetitlich von der unterschiedlichen Konsistenz der Ausscheidungen bei Durchfall, Erbrechen und Obstipation.

Immerhin eine Erkenntnis: Es gibt doch wahrhaftig homöopathische Mittelchen, die gegen ein Symptom (in diesem Fall Durchfall), aber genauso gut gegen sein Gegenteil (Verstopfung) wirken sollen.

Einige seiner Originaltöne:

„D6 und D12, etwas Anderes brauchen Sie nicht.“ (Anmerkung: D6 bedeutet eine Verdünnung eins zu einer Million. D12 ist nicht etwas das Doppelte, sondern nochmal eine Million mal stärker verdünnt).

„Mit zehn oder fünfzehn Mitteln kann man in der Apotheke schon wahnsinnig beraten“.

„C30 oder C200 braucht man nicht im Apothekenalltag, diese Potenzierungen rufen starke emotionale Reaktionen hervor.“

„Falls es nicht funktioniert, geben sie eine Potenz höher“.

„Darmstillstand nach Schreck“.

„Die Lebenskraft muss man auch in der Nacht stärken“.

Überhaupt die „Lebenskraft“. Sie taucht in mindestens jedem dritten Satz auf, wahlweise „energetisch“, „geschwächt“, „zusammenbrechend“ oder „am Boden liegend“. Man sieht geradezu die geistartigen Phantome durch den Raum wabern bei seinen Beschreibungen.

In der Pause beschließen wir, genug gehört zu haben, und wir sind nicht die einzigen, die die Veranstaltung verlassen. Damit versäumen wir leider die Ausführungen zur Gabe geeigneter Mittel bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, Reizblase, Konjunktivitis und Verletzungen der Haut.

Fazit 1: Das medizinische Menschenbild des Referenten scheint wie die Homöopathie selbst etwa 200 Jahre alt zu sein. Bakterien, Viren, Physiologie kommen nicht vor. Es wird aus der zielgerichteten Befragung der Kunden nach Symptomen (die man zuvor aus den Mittelbeschreibungen/Arzneimittelprüfungen auswendig gelernt hat) auf ein geeignetes Mittelchen geschlossen.

Man sitzt in einem modernen Seminarraum mit aktueller technischer Ausstattung und hört einem Vortrag zu, der nahezu unverändert im 18. Jahrhundert verstanden worden wäre. Beim Hinausgehen erwarte ich fast eine Pferdekutsche vor der Türe, die den Referenten nach Hause bringt.

Fazit 2: Ein klassischer Fall von Verkaufsförderung, nicht von Weiterbildung. Die DHU ist eben auch nur eine ganz normale Pharmafirma.

P.S. Als Giveaway bekommen wir einen roten Kugelschreiber mit DHU-Aufdruck und ein Büchlein „Homöopathisches Repetitorium“, und natürlich ein Teilnahmezertifikat, das zwei Fortbildungspunkte der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg bescheinigt.


Bildnachweis: Fotolia_138207212_XS

Wir blicken zurück: Was für ein Jahr! Wir haben mit vielen Projekten, Aktionen, Artikeln, eigenen Flyern und Initiativen - und unglaublich viel Resonanz in den Medien - dafür gesorgt, dass die Homöopathie ins Wanken gerät. Nachdem sie über Jahrzehnte (oder sollten wir Jahrhunderte sagen?) hinweg zwar durchaus gewichtiger Einzelkritik ausgesetzt war, ist mit dem INH und all seinen Unterstützern nun erstmals eine regelrechte kritische Gegenbewegung aktiv geworden, die sich auch von Anfeindungen und Einschüchterungsversuchen seitens der homöopathischen Lobby nicht beirren lässt. Es ist eine kritische Grundstimmung zur Homöopathie entstanden, die auch entsprechende Wortmeldungen aus Politik, Institutionen des Gesundheitswesens und anderen Gremien hervorbrachte. Aus politischen Parteien und von Ärzteverbänden gab es Initiativen, die rechtliche Sonderstellung von Homöopathie abzuschaffen oder zumindest zu beschränken.

International ist 2017 einmal mehr einiges in Bewegung geraten: Das European Academies Science Advisory Council (EASAC), der Zusammenschluss von 29 nationalen Akademien der Wissenschaften, spricht sich ausdrücklich gegen Homöopathie aus, die amerikanische Verbraucherschutzbehörde FTC verlangt die eindeutige Kennzeichnung von Homöopathika mit einem Hinweis auf fehlenden Wirkungsnachweis, die Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA kündigt strenge Regularien für nicht von ihr zugelassene homöopathische Mittel an, das britische Gesundheitssystem übernimmt keine Kosten mehr für diese Mittel.

Wir sind uns sicher, dass die Homöopathie Menschen an Falsches glauben lässt, zu schlechter Medizin führt und deshalb keine Zukunft haben darf. Wir übersehen dabei nicht, dass auch die wissenschaftsbasierte Medizin wie jedes menschengemachte System nicht fehlerfrei ist und Schwächen hat. Uns geht es in jeder Hinsicht um das Wohl von Patienten - und um Ehrlichkeit.

Zu den Fortschritten im Jahre 2017 haben viele Menschen mit ihrem Mut, ihrer Expertise, ihrem Wissen, ihrem unermüdlichen Einsatz und privatem, ehrenamtlichen Engagement, viele auch mit ihrem Interesse am Thema und dem Zuspruch zu unseren Veröffentlichungen und Aktionen, das ganze Jahr hindurch beigetragen. Ihnen allen danken wir zum Jahresende ganz, ganz herzlich!

Wir wünschen Ihnen nun fröhliche Weihnachten und einen geruhsamen Jahreswechsel! Wir freuen uns auf ein erfolgreiches Jahr 2018, für das wir uns viel vorgenommen haben - und wofür wir uns auch in Zukunft Ihr Interesse und Ihre Unterstützung erhoffen.

Danke!
Ihr INH-Team

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Mit der Food and Drug Administration der Vereinigten Staaten (FDA), die sich bislang vorrangig mit den in den USA nicht durchgängig sicheren Herstellungsverfahren von Homöopathika beschäftigt hatte (wir berichteten), tritt nun eine weitere staatliche Aufsichtsbehörde mit der klaren Position hervor, dass Homöopathika über keinen wissenschaftlichen Nachweis einer spezifischen Wirksamkeit verfügen und damit potenziell eine Gefährdung darstellen. Die FDA kündigt neue Regulierungen an, die sich in erster Linie auf Homöopathika beziehen sollen, die „potenziell gefährliche Stoffe“ enthalten und -was letztlich bedeutungsvoller ist-  auf „Produkte, die zur Verhütung oder Behandlung schwerer und/oder lebensbedrohlicher Krankheiten und Zustände bestimmt sind und Produkte für gefährdete Bevölkerungsgruppen“. Die FDA lässt in ihrer Pressemitteilung keinen Zweifel daran, dass sie die Wirksamkeit von Homöopathika für unbelegt und ihre gesundheitsbezogene Bewerbung für unvertretbar hält (auszugsweises Zitat):

"Bis vor relativ kurzer Zeit war die Homöopathie ein kleiner Markt für Spezialprodukte. Im Laufe des letzten Jahrzehnts ist der Markt für homöopathische Arzneimittel exponentiell gewachsen. Dies hat eine Industrie mit einem Volumen von fast 3 Milliarden US-Dollar hervorgebracht, was entsprechend mehr Patienten den potenziellen Risiken aussetzt, die mit der Verbreitung von unbelegten, nicht getesteten Produkten und unbegründeten gesundheitsbezogenen Angaben verbunden sind.  [...]

Der Leitlinienentwurf ist ein wichtiger Schritt in der Arbeit der Agentur zum Schutz der Patienten vor unbewiesenen und potenziell gefährlichen Produkten. […]"

Damit reiht sich die FDA in die immer länger werdende Liste der internationalen Gesundheitsbehörden und wissenschaftlichen Boards ein, die ein abschließendes Urteil über die Homöopathie fällen – aus guten, belegten Gründen. Wir freuen uns, die Arbeit des INH hierdurch bestätigt zu sehen, fragen uns aber mit zunehmender Dringlichkeit, wann endlich all dies Konsequenzen für das deutsche Gesundheitswesen zeigen wird. Will Deutschland in eine unsplendid isolation geraten?

 

 

Text und Übersetzung: Udo Endruscheit
Bildnachweis: Food and Drug Administration

Das noch im gestrigen WELT-Interview (heute, 8.12.2017, auch in der Printausgabe) von Dr. Christian Lübbers erwähnte geplante Gespräch von Vertretern des INH mit einer großen deutschen Krankenkasse wurde jedoch von dieser -nach langem Vorlauf- ohne nachvollziehbare Begründung abgesagt. Das INH veröffentlicht dazu die folgende Presseerklärung (hier als PDF zum Download): 

  

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Pressemitteilung

 Krankenkasse will nicht mehr mit Kritikern über Homöopathie diskutieren

Völlig überraschend und kurzfristig hat eine der größten deutschen Krankenkassen ein bereits vor Wochen mit dem Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) vereinbartes Treffen über die Zukunft der Homöopathie-Erstattung durch die Krankenkassen abgesagt.

Dr. Christian Lübbers, der den Dialog initiierte, sagt dazu: „Geplant war ein dreistündiges Gespräch mit der hohen Verwaltungsebene. Ein konstruktiver Meinungsaustausch sollte Pro und Contra der freiwilligen Homöopathie-Erstattung durch die Krankenkassen aufzeigen. Ein gemeinsames Abschlussstatement sollte den ethischen und moralischen Konsens fixieren und die Basis für weitere Schritte festhalten.“

Das INH bedauert, dass mit der Absage ein erster Schritt hin zu einer offenen Diskussion über Patientenerwartungen und Patientennutzen vertan ist. Die Resonanz der in den sozialen Medien u.a. auf Twitter unter dem Hashtag #KrankenkasseOhneHomöopathie angestoßenen Umfragen zeigt deutlich, dass der Wunsch nach Kostenübernahme für Homöopathie durchaus nicht so umfassend verbreitet ist, wie dies von Interessenvertretern der Homöopathie artikuliert wird. Im Gegenteil zeigte sich sogar, dass viele Patienten gern zu einer Krankenkasse ohne Homöopathie-Erstattung wechseln würden. Ein Überdenken der gegenwärtigen Situation erscheint daher gerechtfertigt insbesondere im Hinblick darauf, dass Homöopathie-Patienten entgegen den Erwartungen höhere Kosten verursachen.

Unverantwortlicher Umgang mit Versichertengeldern      

Krankenkassen in Deutschland übernehmen in zunehmendem Umfang die Kosten für Homöopathie und Homöopathika (z.B. Globuli) und werben oftmals auf ihren Webseiten und Veröffentlichungen aktiv für deren Anwendung. Dabei unterstellen sie – gegen die Beleglage - einen therapeutischen Nutzen. Das Informationsnetzwerk Homöopathie hat dies in vielfältiger Weise kritisiert, da hierin ein unverantwortlicher Umgang mit dem Geld der Versicherten zu sehen ist. Einerseits werden Therapien bezahlt, für die bislang kein therapeutischer Nutzen nachgewiesen werden konnte, andererseits steigen die Beiträge der Pflichtversicherten weiter und durchaus sinnvolle Maßnahmen müssen selbst bezahlt werden.

Dr. Natalie Grams, die Leiterin des INH, erklärt: „Die Erstattung von Homöopathie durch gesetzliche Krankenkassen verschafft dieser Scheintherapie öffentliche Glaubwürdigkeit und soziale Reputation! Dagegen trete ich – gerade als ehemalige Homöopathin – entschieden ein. Wir wollen eine Krankenkasse ohne Homöopathie, weil sonst Gelder des Solidarsystems für nachweislich Unwirksames ausgegeben werden. Auch wenn der Betrag nicht die Welt ist - auch dieses Geld wäre anderswo sinnvoller angelegt.“

Der geplante Termin wurde nun von der Krankenkasse abgesagt, ohne dass hierfür nachvollziehbare Gründe genannt worden wären. Dr. Norbert Aust, der Initiator des INH, fasst zusammen: „Wir bedauern die Absage außerordentlich, denn die von vielen Seiten zum Teil sehr emotional geführte Diskussion um die Homöopathie hätte davon profitieren können, wenn einzelne Parteien sich zu einem konstruktiven Gespräch hätten finden können. Insofern möchten wir die Hoffnung ausdrücken, dass es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nach kasseninterner Klärung der Positionen doch noch zu einem Gespräch kommen könnte. Wir stehen hierfür jederzeit zur Verfügung, werden sonst aber auch andere Wege finden, um unserer Position Nachdruck zu verleihen.“

Informationsnetzwerk Homöopathie, 06.12.2017

Dr. med. Natalie Grams

Dr. med. Christian Lübbers

Dr.-Ing. Norbert Aust

 

Ansprechpartner für Rückfragen: Dr. Christian Lübbers, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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