Es waren viele Fragen, die gestellt wurden und auch viele gute Fragen. Hier antwortet Natalie Grams im Livestream auf ZDF heute:

https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/10155048207695680/

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Am 06.02.2017 ging durch die Medien, dass die Russische Akademie der
Wissenschaften die Homöopathie als "Pseudowissenschaft" einstuft und ihre
Entfernung aus dem russischen öffentlichen Gesundheitssystem anstrebt.

Wir können Ihnen hier ganz aktuell deutsche Übersetzungen des „Memorandums"
der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAS) zur „Pseudowissenschaft
Homöopathie" sowie des zugrunde liegenden Gutachtens einer hochkarätig
besetzten Wissenschaftlerkommission vorstellen. Die Übersetzungen wurden
nicht professionell, jedoch nach bestem Wissen und Können angefertigt.

Was deutlich wird: Die RAS schließt sich der Ansicht der weltweiten
Wissenschaftsgemeinde über die Unwirksamkeit der Homöopathie als spezifische
medizinische Methode vorbehaltlos an. Sie macht sich all die Argumente und
Belege zu eigen (und zitiert sie ausdrücklich), die auch für uns beim INH
die Grundlage für die Homöopathiekritik bilden. Die RAS bezeichnet die
Homöopathie ausdrücklich als „Pseudowissenschaft".

Konsequenterweise verbindet das Memorandum diese Aussagen mit Empfehlungen
an eine ganze Reihe von Personengruppen und Organisationen staatlicher und
nichtstaatlicher Art mit dem Ziel, die Homöopathie aus dem öffentlichen
Gesundheitssystem zu entfernen. Damit reiht sich Russland in den Kreis der
Staaten ein, die die wissenschaftliche Lage zur Homöopathie zur Kenntnis
nehmen und die einzig notwendige Konsequenz daraus ziehen: ihr keine
Unterstützung im Rahmen des öffentlichen Gesundheitswesens mehr zu gewähren.
Damit steht sie in guter Gesellschaft mit z. B. den USA, dem Vereinigten
Königreich und Australien.

Bleibt die Frage: Gibt es bei uns angesichts dessen doch noch eine Chance,
die Gesundheitspolitik zu diesem Thema auf den Plan zu rufen? Wir erinnern
an die offenen Briefe des INH an Gesundheitsminister Gröhe im vergangenen
Jahr. Wir wollten erreichen, dass er zumindest den Nutzen der Homöopathie
- immerhin ein Teil des offiziellen Gesundheitssystems - zumindest einmal von
neutraler Seite bewerten lässt. Selbst diesem Ansatz ist das
Gesundheitsministerium nicht gefolgt. Es vertrat die - unserer Ansicht nach
mehr als fatale - Ansicht, die „Bewertung von Behandlungsmethoden "sei bei
einem „pluralistischen Gesundheitswesen Angelegenheit der
Leistungserbringer" und nicht der Politik.

Ob Herr Gröhe dies angesichts der Nachrichten aus Russland heute noch einmal
wiederholen würde? Zudem –mit der Stellungnahme der Russischen Akademie der
Wissenschaften hat er ja bereits eine aktuelle und neutrale Begutachtung in
Händen –von der Wissenschaftselite eines Landes, das seit mehr als 20
Jahren die Homöopathie auch als Teil des Gesundheitssystems geführt, nun
aber die Kraft zur Rückbesinnung gefunden hat.

Den ganzen Text finden Sie hier

Kurzer Beitrag von Natalie Grams in der SWR Landesschau (ca. 7 Minuten)

 

"Wie Homöopathie wirkt – das würde auch Riker (Homöopath) gern wissen. Er habe da ein „ganz großes Bedürfnis nach Klärung“, sagt er. Aber er glaubt, dass es durch weitere Forschung möglich werde, das Wirkprinzip eines Tages nachzuweisen. Kritiker Melcharts Prognose diesbezüglich: „eher ernüchternd“. Wenn in Studien „keine spezifische Wirksamkeit“ gefunden werden konnte, „dann müsse man das auch mal zur Kenntnis nehmen“."

Den ganzen Artikel können Sie hier lesen

Ein Interview mit Dr. Natalie Grams gab es auch noch dazu (hier).

Bei Science/ApA (Österreich) geht um das aktuelle Thema: Fakten zu den Akten?

Sie haben für einganzes Dossier zum Thema auch Natalie Grams interviet. Hier einige Auszüge. Das ganze Dossier gibt es hier

Bei kaum einem Thema könnte der Spalt zwischen wissenschaftlichem Konsens und der öffentlichen Wahrnehmung größer sein als bei der Homöopathie. Sogar der Nachweis ihrer Nichtwirksamkeit könne die alte Heilpraxis "nicht so einfach aus der Medizin katapultieren", so die ehemalige Homöopathie-Ärztin Natalie Grams, die sich mittlerweile als Leiterin des Informationsnetzwerks Homöopathie und als Kommunikationsmanagerin der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften der wissenschaftlichen Aufklärung über Homöopathie verschrieben hat. Damit werde es natürlich umso schwerer, deren gesellschaftliche Verankerung anzugehen bzw. sogar aufzulösen: "Die Homöopathie ist sozusagen die erste Verschwörungstheorie mit gesellschaftlicher und politischer Adelung der vollen Akzeptanz."
Zwar sei ein Trend zu einer kritischen Darstellung wahrnehmbar, ärgerlich sei jedoch der ehrenhaft gemeinte Anspruch von Journalisten, im Namen einer ausgewogenen Berichterstattung auch immer einen Befürworter der Homöopathie zu Wort kommen zu lassen. Das ergebe ein "Pro-Contra-Handgemenge, das den Patienten ratlos zurücklässt". Bei tatsächlich falschen Behauptungen ("Homöopathie wirkt mehr als ein Placebo", "Homöopathie heilt feinstofflich"), so Grams, sollten die Patienten auch eindeutig informiert werden. Die sozialen Medien würden dazu führen, dass man nicht abschätzen kann, welchen Wert, welche Qualität, und damit welche Verlässlichkeit Informationen haben - alles wird gleich.
"Falsche Behauptungen sollten nicht stehen gelassen werden", so die Autorin, die sich hier auch ein "Aufstehen z.B. der Ärzte gegen Pseudomethoden in ihrer eigenen Profession" wünscht. Leider wüssten aber viele Ärzte selbst nicht um die dramatischen Falschbehauptungen verschiedener Methoden wie der Homöopathie. Langfristig sei hier nur durch bessere Bildung (der Bevölkerung, Schüler, Studenten) und Ausbildung (der Ärzte, Apotheker, anderer Wissenschafter) etwas zu erreichen. Grams: "Es muss klarer zwischen Fakten und Meinung unterschieden werden - und man sollte lernen, das eine vom anderen zu unterschieden. Auch und gerade im Internet und in den sozialen Medien."

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