Baby

Meine Tochter litt seit dem 3. Lebensmonat an einer schrecklichen Neurodermitis. Wir gingen mit ihr von Arzt zu Arzt, ohne dass ihr dauerhaft geholfen werden konnte. Sie bekam verschiedene Salben und Cremes, wir badeten sie in allen möglichen Empfehlungen, ich stillte, so lange ich konnte und achtete dabei auf alles, was ich aß - doch nichts half. Mal war es ein paar Tage lang besser, die Haut blasste ab, aber dann kamen wieder schlimme Tage, an denen unsere Tochter sich wundscheuerte, später, als sie größer war, blutig kratze. Sie sah immer total verschrundet aus im Gesicht und an den Armen, andere Kinder fürchteten sich vor ihr. Cortison wollten wir nicht geben, wir hatten so viel Schlimmes darüber gehört. Obwohl uns die Ärzte immer wieder dazu rieten, kam es für mich nicht in Frage. Auf Wunsch einer Freundin ging ich mit zu einem Homöopathie-Abend, auf dem eine Heilpraktikerin verschiedene homöopathische Mittel vorstellte, die bei Neurodermitis bei Kindern helfen sollten. Ich war begeistert und hatte neue Hoffnung. Wir gingen zu der Heilpraktikerin, die jedoch erst nach 5 Monaten einen Termin für uns hatte. Sie machte eine lange Anamnese, suchte nach einer Woche Bedenkzeit ein Mittel für unsere Tochter aus. Doch nichts passierte. Wir gingen nach einigen Wochen erneut zu ihr und sie befragte uns weiter, sogar ich wurde lange befragt. Wir bekamen so viele Fragen gestellt, die uns kein Arzt gestellt hatte und ich fühlte mich endlich gut aufgehoben. Wiederum verschrieb sie uns ein Mittel, das diesmal kurzzeitig Besserung brachte und ich schöpfte neue Hoffnung. Schließlich fand sie wohl das richtige Mittel, denn nach einem Jahr Behandlung - unsere Tochter ist mittlerweile 6 Jahre alt - ist die Neurodermitis komplett verschwunden. Ich würde sagen, die Homöopathie und erst das richtig passende Mittel haben sie geheilt. 

Die Frage

Wie ist der natürliche Verlauf der Krankheit Neurodermitis? Welche anderen Einflüsse auf das Krankheitsgeschehen könnte es gegeben haben? Kann Neurodermitis geheilt werden?

Die möglichen Antworten

Neurodermitis ist eine chronische nicht kausal heilbare Erkrankung, die oft bei Kindern und Babys auftritt und deren Ursachen noch nicht restlos geklärt sind. Bekannt ist jedoch, dass es sehr unterschiedliche Verläufe gibt mit individuellen Modalitäten, auch Psychisches kann eine Rolle spielen. Bei etwa 60 % der Betroffenen tritt die Erkrankung im ersten Lebensjahr auf, bei 90 % bis zum fünften Lebensjahr. Oft vermindern sich die Symptome mit dem Älterwerden und verschwinden häufig mit Beginn der Pubertät. Von den ursprünglich Betroffenen sind im Erwachsenenalter bis zu 70 % beschwerdefrei. Die Erkrankung tritt meist in Schüben von unterschiedlicher Dauer und Stärke auf - häufig ohne direkt erkennbaren Grund. Genauso häufig enden sie, ohne dass man einen direkten Auslöser (z. B. eine bestimmte Behandlung) hierfür erkennen kann. Hierdurch entsteht oft eine große Unsicherheit über die letztlich erfolgreiche Behandlungsmethode. (Quelle)

Das Fazit

Wahrscheinlicher als die spezifische Wirkung der "richtigen" Globuli ist das Wirken der vergangenen Zeit. Zwar ist die Tochter mit 6 Jahren noch nicht in der Pubertät, aber individuelle Verläufe sind möglich. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass zu einem späteren Zeitpunkt - beispielsweise bei Stress - die Erkrankung zurückkehrt. Von Heilung kann bei Neurodermitis nicht gesprochen werden, allenfalls von einem Ausbleiben der Symptome. So erfreulich der geschilderte Verlauf ist - über die Wirkung der Homöopathie sagt er nichts aus. Durch das Heraussuchen des "richtigen" Mittels ist einfach mehr Zeit vergangen, in der der Körper des Mädchens offenbar selbst einen Weg gefunden hat. Möglicherweise trug auch die Entlastung der Mutter, die sich nun gut versorgt fühlte, dazu bei, dass die Situation sich entspannte. 
Und noch eine Frage zum Nachdenken: Sähe eine ganzheitliche Behandlung nicht auch vor, dass ein Kind, das so dermaßen unter seinen Symptomen leidet und das sogar von Gleichaltrigen gemieden wird, "rein körperlich" behandelt wird und sei es nur vorübergehend mit Cortison-Salbe? Wäre damit nicht mehr für die gute Entwicklung und Integration getan worden als durch Ausharren und Abwarten?

 

Foto: Pixabay 390555 Greyerbaby

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