Mädchen

Mia (3 Jahre) hatte plötzlich hohes Fieber bekommen. Sie hatte sonst keine Symptome, aber sie glühte regelrecht. Ich versuchte es zunächst mit Wadenwickeln, aber als das Fieber über 40° stieg, bekam ich Angst. Ihr ganzer kleiner Körper war verschwitzt, sie wälzte sich unruhig hin und her und ihre Wangen waren hochrot. Ich repertorisierte in meinem Homöopathie-Buch und fand, dass Belladonna gut passen würde. Ich gab ihr sofort 3 Globuli Belladonna C30 in den Mund und löste drei weitere Globuli in einem halben Glas Wasser auf. Davon gab ich ihr schluckweise die ganze Nacht, immer wenn sie erwachte. Morgens war Mia fieberfrei und sprang herum, als ob nichts gewesen sei. Abends fieberte sie noch einmal auf, aber nur auf knapp 38,5°. Ich gab noch einen Schluck von der Belladonna-Lösung und sie schlief kurz darauf ein. Am nächsten Morgen war sie gesund. Homöopathie ist einfach wunderbar!

Die Frage

Was genau hat zu der Verbesserung geführt? Waren es wirklich die Globuli? Wie verläuft Fieber bei Kleinkindern?

Die mögliche Antwort

Extreme Krankheitszustände kann der Körper nicht lange aushalten. Er reguliert sich mit allen Mitteln wieder hin zu einem erträglichen Niveau. Bei Fieber bei Kleinkindern ist also die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper den Normalzustand anstrebt, sehr hoch, auch weil deren Immunsystem noch sehr agil ist.
Man nennt das Phänomen der Selbstregulation auch Regression zur Mitte. Es besagt, dass nach einem extrem ausgefallenen Messwert die nachfolgende Messung wieder näher am Durchschnitt liegt, falls der Zufall oder der natürliche Verlauf einer Krankheit einen Einfluss auf die Messgröße hat. Wählt man beispielsweise im Rahmen einer Untersuchung die Gruppe der Patienten mit den höchsten Messwerten aus, z. B. Blutdruck und untersucht diese Gruppe zu einem späteren Zeitpunkt erneut, so werden die Patienten meistens einen Wert aufweisen, der näher am Normalwert liegt - unabhängig davon, ob in der Zwischenzeit eine Behandlung erfolgt ist.

Fazit

Fieber selbst ist keine Krankheit und kommt bei Babys und Kleinkindern häufig auch ohne sonstige Symptome vor. Fieber zeigt an, dass der Körper auf Krankheitserreger reagiert und seine Abwehrkräfte mobilisiert. Bei erhöhter Körpertemperatur können sich Viren und Bakterien nicht so gut vermehren. Fieber ist also ein wichtiger natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers, dem nicht immer gleich durch fiebersenkende Maßnahmen (wie Fieberzäpfchen oder Fiebersaft) entgegengewirkt werden muss. Meist hilft Abwarten und viel Trinken. So auch hier. Selbst hohes Fieber von 40°- 41° wird von kleinen Kindern meist gut vertragen. Um die richtige Behandlung zu finden, ist es wichtig, das Befinden des Kindes gut zu beobachten. Wenn, wie hier bei Mia, keine sonstigen alarmierenden Symptome auftreten, kann getrost abgewartet werden - mit oder besser ohne Homöopathie-Hokuspokus.

 

Foto: Pixabay 1151351 Dagon

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