SchildDie Homöopathie hält sich seit ca. 200 Jahren fast unerschüttert durch Kritik von außen. Doch es gibt auch in ihrem Inneren genug Anlass zu Kritik. Nicht nur, dass es viele verschiedene Schulen und Verfahren innerhalb der Homöopathie gibt. Sie alle beanspruchen, die "wahre Lehre" zu sein, ohne dass dies Homöopathen stutzig macht. Welche Schule hat denn nun Recht? Und wieso geben alle Homöopathen an, dass die Homöopathie gerade bei ihnen außerordentlich gut funktioniert?

Darüber hinaus widerspricht sich die Homöopathie in ihrer Theorie selbst auf alarmierende Weise. Oft stehen sich zwei Aussagen gegenüber, die nicht beide stimmen können. Als Homöopath kann man mit den Widersprüchen offensichtlich gut leben. Aber ob das wirklich für die Homöopathie und ihre Anwender spricht?

Hier haben wir besonders auffällige Widersprüche zusammengetragen. Klicken Sie auf die Titel und erfahren Sie mehr. Im Kommentarbereich unter den einzelnen Artikeln können Sie bei weiteren Fragen gerne mit uns in Kontakt treten. 

Kognitive Dissonanz kleinIn diesem Beitrag veröffentlichen wir eine kleine Diskussion von Dr. Norbert Aust (A) für das INH mit einem sich selbst als Naturwissenschaftler bezeichnenden Professor für ein ingenieurwissenschaftliches Fachgebiet an einer deutschen „university of applied sciences“, zu deutsch Fachhochschule.

Wir veröffentlichen diesen Text nicht aus Besserwisserei oder billigem Überlegenheitsgefühl. Vielmehr möchten wir -zu unserem Bedauern- aufzeigen, wie Menschen, denen kritisches Urteilsvermögen schließlich nicht per se abgesprochen werden kann, sich von einem Bündel der trivialsten Scheinargumente pro Homöopathie beeindrucken lassen. Wenn es beim Beeindrucken bliebe – aber leider wird unsere ehrliche Bereitschaft, einen wirklichen sachlichen Diskurs zu führen, immer wieder von einer früher oder später aufscheinenden dogmatischen Abwehrhaltung konterkariert, was unseren Ansatz, Aufklärung durch sachliche Information und konstruktiven Dialog zu betreiben, scheitern lässt.

Unser Appell:

Bitte, liebe Homöopathen und homöopathie-affinen Leser, bringt doch einmal neue Einwände oder beantwortet wenigstens die gestellten Fragen. Wärmt nicht immer die gleiche Suppe auf - auch wenn es für Euch neu ist und aufregend klingt, wir haben das schon viele dutzend Male erhalten und beantwortet. Immer war die vollmundig begonnene Diskussion zu Ende, wenn wir die Worthülsen, die als Argumente vorgebracht werden, hinterfragt haben und darum gebeten haben, einen Bezug zur Realität herzustellen. So wie hier (auf den Vorbehalt einer Blogveröffentlichung haben wir gleich zu Anfang des Austausches ausdrücklich hingewiesen, allerdings in der Erwartung eines fruchtbareren Ergebnisses):


Sehr geehrter Herr Professor ...,

Frau Grams hat mir Ihre Mail zur Beantwortung weitergereicht, da mir das Thema Physik als Ingenieur etwas näher liegt und ich mich seit Jahren mit der Evidenz zur Homöopathie beschäftige. Wenn Sie möchten, können wir gerne eine Diskussion führen, allerdings würde ich diese gerne auf meinem Blog veröffentlichen, sofern gewünscht auch ohne Ihren Namen zu nennen. Hierfür möchte ich Sie um Ihr Einverständnis bitten.

Der Einfachheit halber habe ich meine Kommentare in Ihren Text eingetragen.

Prof. …
Von: ...

Betreff: Schmäh der Homöopathe nicht berechtigt
Datum: … Februar 2018
An: Dr. Natalie Grams

Sehr geehrte Frau Dr. Grams.

Soeben habe ich auf Arte einen Kurzbericht zu Ihrer Abkehr von der Homöopathe gesehen und den dazugehörigen "Zeit"-Artikel im Netz gelesen.

Zu Ihrer Abkehr und Verdammung dieser Heilmethode möchte ich als Chemiker und physikalisch vorgebildeter Naturwissenschaftler kurz meine 10 Feststellungen als Entgegnung gegenüber stellen und über persönliche Heilerfolge in meiner Familie durch eine klassische Homöopatin berichten. 

Die klassische Homöopathie hat mitnichten etwas mit Glauben zu tun.

Wer das meint, hat den Wirkmechanismus schlichtweg nicht verstanden.

A: Wir werden sehen, wer was nicht verstanden hat - oder nicht zu Ende gedacht.

1. Das Wassermolekül ist ein physikalischer Dipol, welcher in der Flüssigphase ein regelrechtes Netzwerk seiner Moleküle bildet. Hinzu vermag dieser polare Stoff als universelles Solvens die größte Anzahl von Stoffen in sich aufzulösen. Keine andere Flüssigkeit ist physikalisch dazu in der Lage.

A: Das wissen Sie als Chemiker besser als ich. Ich hätte Alkohol und anderen organischen Lösungsmitteln ähnliche Eigenschaften zugebilligt.

2. Wie Ihnen bekannt ist, können Dipol-Substanzen als Speichermedien für Informationen dienen - Beispielsweise Ferrite, die als Magnetspeicher als erste in der Computertechnik eingesetzt wurden.

A: Bei Ferriten kann man zwei Zustände deutlich voneinander unterscheiden, die man als "0" oder "1" interpretieren kann. Mit einer geeigneten Zahl an Ferriten kann man folglich beliebige Zahlen darstellen. Welche zwei detektierbaren Zustände kann ein Wassermolekül einnehmen?

3. Seit Heisenberg und der von ihm mit begründeten Quantenphysik wissen wir, dass alle Stoffe nicht nur als Materie, sondern auch als Welle / Information zu betrachten sind. Dies ist der sog. "Teilchen / Welle-Dualismus der Materie".

A: Nach meinem Kenntnisstand - ich bin da allerdings kein Experte - ist das eine starke Fehlinterpretation der Quantenphysik. Auf einer subatomaren Ebene ist das sicher der Fall, aber meines Wissens taugen die Modelle der Quantenphysik nicht dazu, Effekte in unserer realen Welt zu beschreiben. Aus profunderer Quelle als von mir können Sie das hier nachlesen: http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Quantenphysik

... 3. Richtig ist auch, dass bei der Homöopathie durch das "hohe Potenzieren" der chemische Stoff komplett von der "Information, die dieser Stoff enthält", getrennt wird. Somit sind bei der homöopatischen Behandlung kaum Nebenwirkungen durch die verwendeten Mittel zu erwarten.

A: Als ausgewiesener Wissenschaftler sollten Sie klar definierte Begriffe verwenden oder selbst klare Definitionen liefern. Da "Information" in der Umgangssprache ein sehr diffuser Begriff ist, möchte ich Sie hier um letzteres bitten. Ich bitte Sie auch, dabei zu umreißen, wie diese Information auf welchem Informationsträger codiert ist. Dabei ist dem Umfang Rechnung zu tragen, in dem verschiedene Informationen gespeichert werden müssen: Es gibt 5000 verschiedene Mittel, die zu Homöopathika verarbeitet werden, hierfür gibt es mindestens drei Potenzierungsmethoden und den gesamten Raum der natürlichen Zahlen als mögliche Potenzierungsstufen. Da alles dies nach homöopathischer Lehre zu unterschiedlichen Effekten führt, müsste die Information hierüber beim Patienten ankommen. Allerdings dürfte das ja sicher nicht nur im Sinne einer Identnummer eine Kennzahl für jede der denkbaren Kombinationen darstellen, sondern es muss sicher eine sprechende Codierung sein, das heißt, es muss sich um etwas handeln, was dem Körper des Patienten eine Bedeutung vermittelt. Bitte geben Sie dabei auch an, wie diese Information auf dem Zucker codiert wird, nachdem das Lösungsmittel bei der Herstellung der Globuli verdunstet ist.

4. Bei Einnahme homöopatischer Mittel wird somit die "Information des Stoffes" in den Organismus aufgenommen und regt so die entsprechenden Drüsen / Organe an, um die Selbstheilung des Körpers zu starten.

A: Mit welchen Rezeptoren wird die im Zucker codierte Information ausgelesen und in für den Körper verwertbare Signale umgesetzt, die dann wieder auf die Organe einwirken?

5. Die homöopatische Behandlung funktioniert also diametral komplett anders als die allopatische. Der allopatische Patient erwartet eine sofortige Wirkung des Pharmazeutikums und nimmt aber in Kauf, dass das Pharmazeutikum wiederholt eingenommen werden muss, damit die Heilwirkung länger andauert, weil der Körper diese Substanz auch physiologisch abbaut und die Wirkung nicht nachhaltig ist.

A: Dass die homöopathische Behandlung überhaupt funktioniert - also über eine Wirksamkeit der eingesetzten Mittel und nicht nur über Kontexteffekte - könnte ich nachvollziehen, wenn Sie meine obigen Fragen beantworten könnten. So ist das nichts weiter als ein bisher unbelegtes Postulat Ihrerseits.

6. Alle Einwände der Allopathen basieren darauf, dass die Wirkung von Homöopatika in großen Feldstudien bislang nicht bewiesen werden konnte.

A: Ich sehe das eher anders herum: Sämtliche Aussagen der Homöopathen beruhen auf völlig unplausiblen Gedankenkonstrukten, die in einer auch nur mäßig gründlichen Überprüfung keinen Bestand haben können. Schon mit ein wenig logischem Nachdenken kann man genügend Widersprüche und Ungereimtheiten finden, die zeigen, dass die von den Homöopathen postulierten Gedankenmodelle nicht tragfähig sind. Es sei denn natürlich, sie könnten obige Fragen beantworten. Aber bitte nicht, dass die Wissenschaft "noch nicht" in der Lage sei, das zu erklären.

7. Das ist absolut richtig, und es kann auch keine derartigen umfangreichen Feldstudien geben. Wie Sie wissen, wird ein klassisches homöopatisches Mittel für die Heilung einer bestimmten Erkrankung sorgfältig unter der Berücksichtigung der drei wichtigen Aspekte ausgewählt: 

- Erbliche Vorbelastung,

- Geist und Gemüt (Habitus) und

- Soziales Umfeld des Patienten.

A: Anhand welcher Kriterien kann ich unterscheiden, ob dies nur die Ausreden sind, um eine fehlende spezifische Wirksamkeit zu kaschieren, oder um echte belastbare Erkenntnisse? Wie unterscheiden Sie, ob die Therapie unwirksam ist oder ob "nur" derartig viele Randbedingungen existieren, dass es unmöglich wird, eine spezifische Wirksamkeit zu detektieren? Übrigens liegt auch hier ein eklatanter innerer Widerspruch der Homöopathie vor: Beim Patienten sei die Wirkung von den obigen Aspekten abhängig. Warum ist sie das bei der homöopathischen Arzneimittelprüfung, immerhin dem Verfahren, die Arbeitsgrundlagen bereitzustellen, offensichtlich nicht? Warum ist es gleichgültig, ob die Prüfsymptome bei einer lebenslustigen, schlanken, jungen Frau aufgetreten sind, (jedenfalls sind diese Modalitäten in den Materia Medica nicht verzeichnet) aber wenn ein alter, übergewichtiger, griesgrämiger Mann die gleichen Symptome hat, dann ist das Mittel das Richtige für ihn?

9. Damit ist es mehr als einleuchtend, das es unmöglich ist, unter diesen Vorbedingungen eine repräsentative große Probandengruppe von mindestens 1000 Individuen für eine homöopatische Feldstudie zusammen zu bekommen.

A: Nein, es ist überhaupt nicht unmöglich. In vielen Studien erfolgt eine homöopathische Erstanamnese und Repertorisierung, in der Apotheke wird jedoch nach einer Randomisierungsliste entweder das Placebo oder das verordnete Mittel an den Patienten geliefert. Solche Studien wurden durchgeführt, es gibt sogar ein systematisches Review hierüber - das zu ziemlich niederschmetternden Ergebnissen kam. Lesen Sie hier: http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Systematische_Reviews_zur_Homöopathie_-_Mathie_(2014)

... 9. Somit triumphieren natürlich alle Allopathen über die Homöopathen, weil unser Gesundheitssystem, welches auf der gängigen Schulmedizin und Arzneimittellehre basiert, nur die Feldstudien zum Nachweis der Wirkung eines Mittels zulässt. Den Nachweis der Wirksamkeit von Homöopatika kann also mit den "Werkzeugen" der gängigen Schulmedizin und Arzneimittellehre nicht erbracht werden.

A: Finden Sie es nicht merkwürdig, dass die Homöopathie kein Werkzeug ersonnen hat, wie die Wirksamkeit stattdessen nachgewiesen werden könnte? Welche Verfahren existieren in der Homöopathie, um "richtig" und "falsch" zu unterscheiden? Warum gibt es so viele Spielarten der Homöopathie, die sich widersprechen, ohne dass beleuchtet wird, was nun "besser" oder "schlechter" ist? Wie können Sie feststellen, ob "Mondlicht C30" ein wirksames Mittel ist?

10. Die Pharma- und Ärzte-Lobby verdient an den Allopatika erheblich mehr und kann in fünf bis zehn-minutigen Behandlungsprozedere deutlich mehr "Standardpatienten" versorgen...

A: Allerdings sind homöopathische Präparate ohne jeglichen Forschungsaufwand und ohne großen Formalismus als Arzneimittel zu registrieren, was sehr viel Geld spart. Die Rohstoffe sind billig Zucker, Fläschchen, Verpackung dürften bei unter € 0,30 pro Packung liegen. Das Investitionsvolumen in die Produktionsanlagen ist auch recht überschaubar. Aus einem Gramm Urtinktur kann man 100 Tonnen Globuli D6 herstellen. Das sind 10.000.000 Packungen im Marktwert von etwa € 80.000.000,-. Ziehen Sie die drei Millionen für Verpackung und Zucker ab, ein paar Tausender Personalkosten, dann bleiben ein Ertrag vor Steuern über alle Vertriebsstufen von mehr als € 76.000.000,- übrig. Nur eine Lizenz zum Gelddrucken könnte profitabler sein. Daher unterhält auch der BAH (Bundesverband der Arzneimittelhersteller - ja, einer der drei Verbände der Pharmalobby) eine Webseite zur Homöopathie. Übrigens können Sie sich die Mitgliederliste von BAH und BPI ansehen (der Pharmalobby). Sie werden da einige Ihnen als Homöopathiefreund sicher geläufige Namen finden. Genau genommen alle.

Aus meinem familiärem Umfend kann ich Ihnen mehrere Erfolge der Homöopathie berichten. (Ich selbst als Naturwissenschaftler habe vormals an die Heilwirkung der Homöopathie mit nichten geglaubt! Musste aber nach der erfolgreichen Heilung meiner todkranken Tochter dieses Urteil revidieren.)

A: Wissen Sie, was ein Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss ist? Ich erspare es mir daher, die sicherlich sehr erfreulich verlaufenen Krankengeschichten Ihrer Tochter und auch von Ihnen im Einzelnen zu kommentieren.

... (Krankengeschichten des Absenders und seiner Tochter entfernt)... Dies wurde mir durch die zweimalige Einnahme der von Ihnen so geschmähten Globuli erspart...

Ich könnte noch viele weitere Beispiele erfolgreicher Anwendung der klassischen Homöopathie anführen, dies würde aber den Rahmen sprengen. Das Wissen der klassischen Homöopatie kann nicht in Schnellkursen erworben werden, es bedarf einer permanenten Weiter- und Fortbildung. Mit Scharlatanerie und Geistheilen hat das nichts zu tun.

A: Ich möchte nur allgemein auf einen Umstand hinweisen: Es gibt bei jeder Krankheit einen mehr oder weniger großen Anteil von Patienten, die diese überstehen, selbst wenn sie nicht behandelt werden. Cholera verläuft unbehandelt in 80 % der Fälle tödlich. Das heißt aber auch, 20 % der Patienten überleben aufgrund irgendwelcher zufälligen Gegebenheiten. Diese Patienten werden absolut davon überzeugt sein, dass das, was sie getan haben, ihnen geholfen hat. Sei es, dass sie gebetet hatten, einen Schamanen besucht, gelobt haben, ein besserer Mensch zu werden, nach Lourdes gepilgert sind, Globuli eingenommen haben oder was auch immer. Und werden diesen Standpunkt fürderhin mehr oder weniger vehement vertreten. Diejenigen, die die gleichen Methoden angewendet haben, dabei aber nicht so erfolgreich waren, sagen allerdings nichts mehr, denn sie liegen auf den Friedhöfen. Das entstehende Bild ist also einseitig zu den Erfolgsgeschichten hin verzerrt, denn ganz wesentliche Informationen zur Beurteilung der Erfolgsaussichten - der Wirksamkeit - fehlen.

Soll sagen: persönliche Erfahrungen sind völlig ungeeignet, die Wirksamkeit einer Heilmethode zu beurteilen, da zum vollständigen Bild auch gehört, wie viele Fälle es gibt, in denen die Therapie nicht erfolgreich war. Vielleicht war das ja sogar die Überzahl - nur treten diese Patienten weniger offensiv auf, die Therapeuten veröffentlichen keine Fallstudien darüber etc. Oder können Sie mir eine Handvoll Einzelfallbeschreibungen liefern in denen steht "... und damit habe ich den Patienten vor die Wand gefahren?" Drastisch: Der zweite Weltkrieg kann ja gar nicht so schlimm gewesen sein. Alle Älteren, mit denen ich (geboren 1952) gesprochen habe, haben schließlich überlebt.

Gerne würde ich auch in einen Dialog mit Ihnen treten, sofern Sie dieses wünschen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. ...

A: Wer hat was nicht verstanden?

Viele Grüße
Dr.-Ing Norbert Aust


Am nächsten Tag kam schon die Antwort:

Sehr geehrte Frau Dr. Grams, sehr geehrter Herr Dr. Aust,

Vielen Dank für Ihren raschen Kommentar meiner Anmerkungen zu Ihrer Kritik der Homöopathie.

Wie ich sehe, vertreten Sie die übliche deterministische Weise aller Allopathen, die alles in ihren randomisierten und von der Pharma- und Ärzte-Lobby bezahlten Fallstudien ausschließlich erfassen und bewerten wollen. Das ist auch Ihr "legitimes Recht", und Sie haben auch genügend Follower, die Ihnen brav zugestimmt haben und weiterhin zustimmen werden. Schon seit den Zeiten von Hippokrates wissen wir, dass:  " Wer heilt, hat recht. " Und natürlich sehe auch ich die Erfolge der klassischen modernen Wirkstoffmedizin, denen sich dass Gross der Parienten zuwendet und die oft eine Linderung ihrer Leiden erfahren. Kann aber Ihre Zunft, Frau Dr. Grams, nicht ertragen, dass es auch andere Wege der Genesung als der breite Trampelpfad der "Chemikalienmedizin" gibt? Was mich also nicht mehr wundert ist, dass die vereinigte Allopathenfront immer wieder Iher "Keule der randomisierten Fallstudien" unbarmherzig schwingt und als Totschlagargument für die Homöopathie gebetsmühlenartig verwendet.

Ich habe schon seit längerer Zeit als interessierter medizinischer Laie, der viele homöopathische Heilerfolge in meiner Familie und meinem persönlichen Umfeld beständig erlebt hat, mir Gedanken gemacht, um mich der Art der Wirkungsweise dieses komplementären Heilverfahrens aus naturwissenschaftlicher Sicht zu nähern. 

Die uns umgebende multispektrale Welt können wir Menschen mit unseren beschränkten Sinnen und Messwerkzeugen nach wie vor nicht in Ihrer großen Gänze und Vielfalt erfassen und begreifen. Dazu gehört auch das Mysterium des Wassers, welches wir bislang nur mit klassischen chemischen und physikalischen Denkmodellen unzulänglich zu erklären im Stande sind.

Ihre ganze Kritik erinnert mich an die Anfänge der medizinischen Forschung im 15. Jahrhundert. Eine Unzahl von menschlichen Leibern ist seit dem minutiös seziert worden, um den Sitz des Geistes und womöglich auch der Seele zu finden. Der bisherige status quo ist aber, das auch im 21. Jahrhundert die modernen Neurowissenschaften dazu nicht in der Lage sind und bis auf weiteres nicht sein werden.

Da mein Semester an der Fachhochschule bereits begonnen hat, kann ich leider bis auf weiteres meine dialektische Klinge mit Ihnen nicht kreuzen. Auch Sie sollten es nach Einstein zulassen, dass:

            "Mann muss die Welt nicht verstehen, sondern sich in Ihr zurecht finden:"

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. ...


Die Antwort:

Sehr geehrter Herr Professor ...,

wo würden wir denn Ihre "dialektische Klinge" finden? Soll das eine Probe davon sein?

Entschuldigen Sie bitte, aber ich bin etwas enttäuscht davon.

 - Sie ziehen es vor, auf keine meiner vielen Fragen zu antworten, Sie wollen noch nicht einmal Ihre Begrifflichkeiten definieren, mit denen Sie so um sich werfen.

 - Sie äußern sich hier in Phrasen - keiner kennt sie, jeder hört sie immer wieder gerne. Die böse Pharmalobby (deren Mitgliederlisten Sie sich beim BAH und beim BPI ansehen sollten),  "Wer heilt hat Recht", praktisch unvermeidlich (Woher wissen Sie, dass geheilt wurde? Und wer geheilt hat?), "nicht in der Lage zu begreifen". Hinweis: Sie haben noch ein paar "Argumente" ausgelassen - finden Sie selbst heraus, welche im Standardkatalog noch fehlen. Außer dass es vielleicht schön wäre, wenn es so wäre, wie Sie sagen, haben Sie bislang nichts vorzuweisen, was Ihre Äußerungen als reale Ansätze für weitere Überlegungen erscheinen lassen könnte.

 - Für keine Ihre Äußerungen zeigen Sie auf, welche Relevanz sie für die von Ihnen behauptete Wirksamkeit der Homöopathie hätte. Wenn es "andere Wege der Genesung" geben mag, dann heißt das noch lange nicht, dass diese die Homöopathie zu erklären in der Lage wären. Daher erlaube ich mir, diese Äußerungen als Worthülsen zu sehen, die bislang ohne Relevanz für die von Ihnen angeregte Diskussion geblieben sind.

Das ist keine "dialektische Klinge", Herr Professor ..., das ist Geschwurbel.

Etwas merkwürdig finde ich übrigens auch, dass Sie erst Frau Grams zu einem Dialog auffordern - und jetzt, wo Ihnen Fragen gestellt wurden, die darauf abzielen, dass Sie Ihren Standpunkt präzisieren, Ihre bislang eher substanzlosen Phrasen überprüfen und mit Fakten untermauern, haben Sie keine Zeit mehr. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Viele Grüße
Norbert Aust

P.S. Was würden Sie einem Studenten antworten, der in der Prüfung Ihren Schlusssatz anbringt?


Auch dies blieb nicht unerwidert:

 

Geehrter Herr Aust.

Gut gebrüll, Sie beahlter Funktionslöwe. Als hätte Sie nur darauf gewartet...

Diese Art der Grabenkämpfe mache ich wahrlich nicht mit.

Vielen Dank

Prof. Dr. ...


Darauf blieb nur noch ein

QED

während Dr. Natalie Grams schrieb:

Sehr geehrter Herr Prof. ...

Ich will mich an der Stelle nur ganz kurz einklinken, da auf Reisen: 

Genau auf die Art habe ich ein Dazulernen früher auch vermieden und damit die kognitive Dissonanz - durch Beleidigen und Herabwürdigen der kritischen Position und ohne mir auch nur einmal die Mühe gemacht zu haben, die gegnerischen Argumente wirklich anzusehen. 

Wir können es gerne hierbei bewenden lassen, aber sicherlich nicht deshalb, weil wir uns einem konstruktiven Dialog verweigert haben. 

Beste Grüße, 

Natalie Grams 


Zum Schluss:

„Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden.“ - Das "Schlussargument" unseres Diskutanten.

Der arme Einstein. Immer so eine Sache mit seinen Zitaten. Für dieses hier gibt es -trotz intensiver Recherche- leider keinerlei Quellenangabe, deshalb gilt es auch allenfalls als „zugeschrieben“. Und dementsprechend weckt es auch Zweifel - was sollte es denn wohl besagen oder bedeuten, aus Einsteins Feder? Einen Trost für Menschen, die nicht die Fähigkeit oder die Bereitschaft mitbringen, sich mit tieferen Ursachen und Zusammenhängen auseinanderzusetzen? So etwas ist uns von Einstein nicht bekannt. Aber als Leitsatz für Naturwissenschaftler taugt so ein Satz ganz sicher nicht, davon sind wir überzeugt.


 Bildnachweis: Fotolia_100202090_XS

Die Debatte um das Homöopathie-Angebot der Techniker-Krankenkasse (an der sie sich mehr oder weniger zufällig entzündet hat, sie betrifft nämlich die große Mehrzahl aller gesetzlichen Kassen) löst in den Medien ein Nachbeben aus. So stellt beispielsweise die ZEIT konkret die Frage, was sich der Versicherte denn stattdessen eher als erstattungsfähig von der GKV wünschen würde. Ganz vorn dabei, häufig als alleinige Wünsche: Erweiterung der Erstattungsmöglichkeiten für Sehhilfen und Zahnersatz. Eine Umfrage der BKK Siemens hat dieses Ergebnis sehr eindeutig schon vor einiger Zeit erbracht.

Zahnersatz, Sehhilfen und "Skeptikertarife" statt Homöopathie?

Auch wir vom INH haben uns Gedanken gemacht, wie denn so ein Umbau des Leistungskatalogs der Krankenkassen etwa aussehen könnte. Kann es so etwas wie einen "Skeptikertarif" geben? Wir sind dabei auf überraschende Tatsachen gestoßen:

Das Informationsnetzwerk Homöopathie hat vor kurzem die Frage erreicht, weshalb in den Veröffentlichungen des INH keine Auseinandersetzung mit der Forschung zu ultrahohen Verdünnungen, der sogenannten high dilution research, zu finden sei. 

Worum geht es genau?
Um die Forschung zu Verdünnungen oberhalb der Avogadro-Grenze, nach der statistisch kein Molekül des Ausgangsstoffes mehr in der homöopathischen Lösung enthalten ist, mit dem Ziel, irgendeinen naturwissenschaftlich begründbaren Anhaltspunkt für die Wirkungsweise homöopathischer Hoch- und Höchstpotenzen zu finden. Wir erinnern uns an das Thema Wassergedächtnis und verwandte vergebliche Bemühungen.

Der Anfrager wies darauf hin, dass die Quellenlage zur high dilution research durchaus umfangreich sei und Anlass für eine interdisziplinäre Beurteilung (also auch durch homöopathiefremde Fachleute) gebe. Das Fehlen einer Auseinandersetzung damit beim INH sieht er als defizitär an.

Die Stellungnahme von Dr. Aust in seinem Blog "Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie" zeigt einen der wichtigsten Aspekte für die Beurteilung der "homöopathischen Grundlagenforschung" auf, zu der die high dilution research zweifellos gehört: Den fehlenden Bedeutungszusammenhang solcher Forschungen (und ihrer Ergebnisse) für die Grundfrage der Richtigkeit des homöopathischen Gedankengebäudes und vor allem des Nachweises einer spezifischen Wirksamkeit.

Welche in der "Hierarchie" der homöpathischen Lehre weitaus früher (als das Problem der Hochpotenzen) auftretenden Fragen kann denn die Forschung an ultrahohen Verdünnungen überhaupt beantworten? Dr. Aust führt -ohne Anspruch auf Vollständigkeit- hierzu an:

  1. Worin besteht die Heilkraft / das Agens, das beim Patienten wirksam werden soll? Ein identifizierbarer Wirkstoff ist es nicht, denn schon ab recht niedrigen Potenzen ist das Lösungsmittel von der Lösung nicht mehr unterscheidbar.
  2. Wie wird der richtige Grundstoff dafür aus dem Einsatzmittel selektiert? Beispiel: In der Homöopathie verwendet man die ganze Biene („Apis mellifica“), die aus tausenden verschiedenen Stoffen besteht. Wie wird der Richtige daraus selektiert?
  3. Warum werden die unvermeidlichen Verunreinigungen des Lösungsmittels nicht potenziert?
  4. Was wird potenziert, wenn der Urstoff nicht mehr vorhanden ist?
  5. Wie wird die zu potenzierende Eigenschaft selektiert? Beispiel: Warum wird nicht die Giftwirkung von Arsen durch das Potenzieren verstärkt, sondern nur die heilende Wirkung?
  6. Wie wird die Wirkung der Heilkraft durch Schütteln auf die zehn- oder hundertfache Menge übertragen?
  7. Wie wird die Wirksamkeit dabei verstärkt? Warum merkt man im normalen Leben hingegen nichts von der verstärkenden Wirkung des Schüttelns? Was ist der Unterschied, ob ich ein homöopathisches Präparat schüttele oder meinen Kaffee?
  8. Wie wird diese verstärkte Heilkraft auf dem Zucker gespeichert, nachdem die Lösung verdunstet ist? 
  9. Wie wird die Heilkraft vom Zucker gelöst und im menschlichen Körper transportiert?
  10. Wie wird die Stelle identifiziert, an denen die Heilkraft ihre Wirkung entfalten soll, was nach homöopathischer Auffassung sehr spezifisch ist und von sehr vielen Faktoren außerhalb der Zelle bestimmt wird, etwa davon, was der Proband / Patient nachts träumt.
  11. Wie unterscheidet die Heilkraft, ob sie durch einen Gesunden oder durch einen Kranken eingenommen wurde? Im ersten Fall müsste sie Prüfsymptome erzeugen, im zweiten nicht, denn das wären dann unerwünschte Nebenwirkungen, die in der Homöopathie ja nicht auftreten.
  12. Wie unterscheidet die Heilkraft, ob sich die vorgefundene Zelle in der richtigen Region des Körpers befindet, also auf der rechten oder linken Seite zum Beispiel?
  13. Wie unterscheidet die Heilkraft gesunde von kranken Zellen? Wenn die Zelle gesund ist, muss die Heilkraft an dieser Stelle die spezifischen Symptome erzeugen, die sie heilen kann, wenn die Zelle krank ist. Dies aber auch nur dann, wenn der Patient gesund ist, und nicht anderweitig krank (s. oben). Eine kranke Zelle muss sie hingegen heilen.
  14. Wieso ist nach homöopathischer Auffassung weniger Wirkstoff in den Präparaten wirksamer, allerdings darf man von Hochpotenzen nicht zu viele nehmen, weil die Wirkung sonst zu stark wird? Welche Dosis-Wirkungs-Beziehung gilt denn nun?

Kann fortgesetzt werden.

Es ist schlicht nicht erkennbar, welchen Beitrag die high dilution research zur wissenschaftlichen Beantwortung dieser Fragen liefern soll. Daher zieht Dr. Aust in seiner Antwort auch die Konsequenz:

Das Erforschen extremer Verdünnungen, also über den Punkt hinaus, an dem vom Ursprungsstoff noch etwas vorhanden ist, ist sehr weit weg vom behaupteten Phänomen und der angeblich erheblichen klinischen Wirksamkeit der Homöopathie. Es müsste erst die Brücke aufgebaut werden, dass die Differenzen, die da gefunden worden sind, Bestand haben und irgendeinen Bezug zur Wirkung der Homöopathie hätten.

Insofern hat der Forschungszweig der high dilution research für die Homöopathiekritik keine Bedeutung. Einmal mehr wird der Blick von der unbeantworteten Grundfrage -der nach dem Nachweis einer spezifischen Arzneimittelwirkung der Homöopathie- auf ein vor einer Beantwortung dieser Grundfrage gar nicht relevantes Problem -die wissenschaftliche Begründung der Wirkungsweise von Hochpotenzen- abgelenkt. 

 

 

Text: Udo Endruscheit

Bildnachweis: Department Chemie und Pharmazie, FAU Erlangen-Nürnberg

Auf seiner Facebook-Seite hat der DZVhÄ (Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte) am 14. April 2016 um 13.37 Uhr einen Artikel des American Institute of Homeopathy mit einem eigenen Link eingestellt (Link).

Hierin wird berichtet, ein gewisser Dr. Leonard Torok aus Medina/Ohio/USA hätte bei Knieoperationen homöopathische Zubereitungen von Arnica eingesetzt und dabei bemerkenswerte Erfolge erzielt. Dies sei anhand von Messungen der Menge Blut festgestellt worden, die während mehrerer Operationen zur Implantation eines künstlichen Kniegelenks gefiltert und dem Patienten wieder zugeführt wurde. Im Jahr bevor Dr. Torok Arnica einsetzte, hätte der Blutverlust im Durchschnitt 650 ccm betragen. Nach 17 von Dr. Torok mit Hilfe von Arnica ausgeführten Operationen hätte der Statistiker des Krankenhauses die Versuchsreihe abgebrochen, weil "statistisch signifikante Ergebnisse" vorgelegen hätten. Der durchschnittliche Blutverlust dieser 17 Patienten habe nur bei 170 ccm gelegen.

Insgesamt hätten die Untersuchungen ergeben, dass die Patienten weniger unter Schmerzen zu leiden gehabt hätten, weniger Schwellungen aufgetreten seien, die Ausheilung schneller erfolgte, der Aufenthalt im Krankenhaus kürzer war, weniger Narkosemittel eingesetzt werden musste und die Patienten daher auch weniger unter den Folgen der Narkose litten (Übelkeit etc.).

Dr. Torok habe daraufhin 10 Jahre lang bei seinen Operationen homöopathisches Arnica eingesetzt und sei vor kurzem in Ruhestand gegangen.

Soweit der DZVhÄ. Was sagt das aus?

Es gibt keine homöopathische Prophylaxe und es kann keine geben!

Homöopathen und Homöopathiebefürworter geben immer wieder an, Hahnemann hätte das Impfen quasi erfunden und es werde ja auch homöopathisch geimpft. Zur Begründung berufen sie sich auf das hahnemannsche Grundprinzip des Similia similibus curentur, Ähnliches heilt Ähnliches. Genau das geschehe doch bei der Impfung – es werden Bestandteile des Erregers verabreicht, der die Krankheit, gegen die geimpft wird, auslöst. Sie sehen darin einen Beweis für die Homöopathie und ihre Wirkung.

Was Homöopathen bei ihrer Aussage jedoch übersehen: Der Impfende "heilt" nicht.

Chinarinde

Was, wenn der ursprüngliche "Beweis" der Homöopathie ein Fehler war?

Von der Entstehung und Festigung einer Fiktion

Ungefähr 1789, auf den Tag genau kommt es nicht an, sitzt der Apotheker, Arzt und Übersetzer medizinischer Schriften, Samuel Hahnemann, über einer Schrift des schottischen Mediziners und Chemikers William Cullen. Cullen hat sich mit verschiedenen Arzneien und deren Wirkungsweisen beschäftigt, u.a. mit dem pflanzlichen Malariamittel Chinarinde (Chinin), das damals schon als wirksames Therapeutikum bekannt war. Nicht bekannt war, da unterscheidet sich Chinarinde nicht von den anderen Arzneimitteln dieser Zeit, wie es wirkt. Cullen nimmt eine "magenstärkende" Wirkung an, eine Erklärung, die Hahnemann nicht zusagt. Hahnemann, schon mit einiger medizinischer Erfahrung ausgestattet, vermutet eine, wir wie heute wohl sagen würden, "systemische" Wirkung - aber es ist, wie alles in dieser Zeit, eine Vermutung.

Genau das ist Hahnemanns Problem: Vermutungen

Globuli

Ein weiterer Punkt, in dem sich die Homöopathie widerspricht: Entweder können Homöopathika keine Nebenwirkungen haben, oder die homöopathische Arzneimittelprüfung kann nicht funktionieren.

Wenn Sie einen Homöopathen fragen, woher man weiß, welches Mittel wann einzusetzen ist, dann nennt er bestimmt das Ähnlichkeitsgesetz, einen der wesentlichen Grundpfeiler der gesamten homöopathischen Lehre.

"Ein Mittel heilt bei einem Kranken die Symptome, die es bei einem Gesunden hervorrufen kann". Das ist das Ähnlichkeitsgesetz in der Form, wie es die Homöopathen gerne zitieren. Sie können es aber auch umdrehen, dann steht da: "Ein Mittel ruft in einem Gesunden die Symptome hervor, die es bei einem Kranken heilen kann". So herum klingt das doch schon bedrohlicher, finden Sie nicht?

Wassertropfen

Dynamisierung durch Potenzierung ist keine Verdünnung? Ein weiterer Widerspruch der Homöopathie.

Zu den Grundlagen abseits der Homöopathie 

Wenn wir verdünnen, verändern wir, technisch gesehen, das Verhältnis von Substanzen in einem Gemisch, einer Lösung. Durch die Zugabe des Lösungsmittels sinkt die Konzentration der in der Lösung gelösten Stoffe.

Zuviel Salz >>> Wasser dazu >>> weniger Salz. Besser wäre wohl, zu sagen: mehr Wasser, deshalb geringere Salzkonzentration in der Gesamtmenge.

Das kann man mehrfach wiederholen. Anfangs wird man noch den Effekt feststellen, dass die Lösung weniger salzig schmeckt. Irgendwann ist es aber damit vorbei: Die Konzentration sinkt so weit, dass unsere Sensoren nicht mehr ansprechen. Die Geschmacksschwelle von Kochsalz liegt bei etwa 10 mmol/Liter, also etwas weniger als ein Gramm Kochsalz/Liter. Das Phänomen bestätigt die obige Einschätzung, dass etwas in genügender (!) Menge vorhanden sein muss, damit etwas passiert.

Der ungläubige Thomas

 Der "Cum hoc ergo propter hoc"-Fehlschluss der Arzneimittelprüfungen in der Homöopathie

"Cum hoc, ergo propter hoc", bedeutet "mit diesem, folglich wegen diesem" und ist, als Fehlschluss, so zu verstehen, dass bei einem zeitlichen Zusammentreffen zweier Ereignisse - unberechtigt - auch eine kausale Verbindung zwischen den Ereignissen unterstellt wird. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Kausalität ist der angenommene gesetzmäßige Zusammenhang zwischen zwei aufeinanderfolgenden Ereignissen, von denen das eine, zeitlich frühere, die Ursache und das andere, zeitlich spätere, die Wirkung genannt wird. Nach dem Kausalitätsprinzip kann es keine Wirkung ohne Ursache geben.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass ein zeitliches Zusammenfallen von Ereignissen irrtümlich als ein Ursache-Wirkung-Phänomen angesehen wird - wobei sich dieser Irrtum durch eine genauere (oder überhaupt eine) Prüfung des Sachverhalts hätte feststellen lassen können. 

Die individuelle Homöopathie - ist sie das?

Die Homöopathie ist, so sagt man, eine sehr individuelle Therapie. Schon kleinste Unterschiede zwischen zwei Patienten können bewirken, dass sie unterschiedliche Mittel verabreicht bekommen, obwohl sie ansonsten die gleichen Beschwerden haben.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Ekzem auf der Haut - also eine stark juckende Stelle - und würden damit einen Homöopathen aufsuchen. Der Homöopath würde mit Ihnen eine Anamnese durchführen. Dabei käme zutage, dass Sie auch zu Depressionen neigen, gelegentlich Kopfschmerzen haben, eine leichte Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und im Sommer auch manchmal Asthmasymptome haben - offenbar reagieren Sie allergisch auf bestimmte Gräserpollen. Wenn Sie dann noch Angst vor dem Alleinsein haben, dann wäre Arsenicum album das Mittel für Sie. Hätten Sie genau die gleichen Symptome, alles, was eben aufgezählt wurde, nur das Alleinsein macht Ihnen nichts aus, dafür aber haben Sie Angst vor Einbrechern und Spiegeln, dann wäre Pulsatilla das Mittel der Wahl.

So feinfühlig werden Mittel verordnet, so genau wird die Homöopathie auf den gesamten Menschen angepasst. Da kann doch kein anderer Arzt mithalten, dieses Mittel ist genau das Richtige für Sie - nur für Sie.

Soweit die gute Nachricht.

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Homöopathie: Von der medizinischen Avantgarde zum wissenschaftlichen Anachronismus - Was Ärzte über die Homöopathie wissen sollten

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